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Letztes Sommerkonzert in St. Eligius

Ausgewogenes Miteinander von Orgel und Horn

Hattendorf. Das letzte der "Schaumburger Sommerkonzerte" trug in der St.-Eligius-Kirche Hattendorf zu später Stunde einem ungewöhnlichen Duo Rechnung: Hornistin Jessica Hill und Organist Sebastian Brendel. Die Studenten aus Hannover warteten mit einem ganz besonderen Repertoire auf.

veröffentlicht am 22.07.2008 um 00:00 Uhr

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Wenn man glaubt, dass sich für diese Rarität unter den verschiedenen Kammermusikbesetzungen kein Programm findet, ist das ein Irrtum. Denn wer so tief im Musikalienfundus gräbt wie das Duo, stößt auf manch' reizvolle Komposition, beispielsweise auf Bernhard Krols Laudatio sowie Miserere und Gratias aus der "Missa Muta". In den mit kapriolenhaften Figuren gespickten Sätzen wurde der jungen Künstlerin etliches an Technik abverlangt, die diese aber gut bewältigte. Nachdem dann August Körlings "Pastorale" eine tonschöne Umsetzung erfahren durfte, wartete die von ihrem Partner adäquat unterstützte Bläserin mit der einfallsreichen "Romanze" von Reger auf, die besonderes Flair ausstrahlte. Als anpassungsfähiger Orgelbegleiter hatte sich Sebastian Brendel bereits in Bachs "Wachet auf, ruft uns die Stimme" sowie "Kommst Du nun Jesu vom Himmel herunter" aus "Sechs Schübler Chorälen" erwiesen, mit denen die besondere Instrumental-Verbindung an diesem Abend erstmals harmonisch zum Ausdruck gekommen war. Jessica Hill gestaltete ihre Bachpartie ebenso differenziert wie konturenreich. Kleine Stolperstellen beiderseits störten dabei überhaupt nicht. Koloritgefühl bewies Sebastian Brendel auch als Solist, und zwar beim Vortrag der mit Binnenspannung versehenen "Dorischen Toccatta", BWV 538. Zudem ließ der Rintelner Mendelssohn-Bartholdys feingliedrigem "Präludium G-Dur", op. 37, ausdifferenzierte und aparte Dispositionen und Abstufungen zuteil werden.Last but not least ist Veranstalter Wolfgang Westphal lobend zu erwähnen: Bevor sein ehemaliger Schüler Brendelund die Hornistin das musikalische Sagen hatten, veranschaulichte der Kreiskantor die schlichteÜberschaubarkeit der Choralvorspiele über "Nun bitten wir den Heiligen Geist" von Buxtehude und Böhm. Dabei beglückte er mit einer aparten Registrierung.




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