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Positive Bilanz nach einem Monat / Von Rinteln aus werden 551 Bedarfsgemeinschaften betreut / Landkreisübernimmt Personal

Außenstelle des Kreissozialamtes im Rintelner Rathaus

Rinteln/Landkreis (crs). Zum 1. Juli hat das Kreissozialamt die Aufgaben der Sozialhilfe von denörtlichen Sozialämtern genommen. Für die Stadt Rinteln, die Gemeinde Auetal und die Samtgemeinde Eilsen ist seitdem die im Rintelner Rathaus eingerichtete Außenstelle des Kreissozialamtes zuständig. 551 Bedarfsgemeinschaften werden seither von hier aus betreut - der Übergang lief reibungslos.

veröffentlicht am 02.08.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:26 Uhr

Durch die Arbeitsmarktreform Hartz IV sind die Leistungen von Arbeitslosen- und Sozialhilfe im Januar 2005 zur einheitlichen "Grundsicherung" zusammengefasst worden; auch für nicht erwerbsfähige Hilfebedürftige gibt es seitdem neue Regelungen. "Eine erhebliche Änderung in der Organisation", so Rintelns Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz, war die Folge. Bei den Beratungen über die genaue Umsetzung ist die Stadt insbesondere für die Standortsicherung eingetreten - mit Erfolg: Die Agentur für Arbeit ist in der Dauestraße geblieben, das neu geschaffene Job-Center im Neubau direkt daneben eingezogen. "Und in der Klosterstraße 20 wird die Sozialhilfe wohnortnah bearbeitet - insgesamt eine gute Lösung", bilanziert Buchholz einen Monat nach dem Start. Auch für die städtischen Verwaltungsangestellten ist der Übergang ganz überwiegend einvernehmlich worden. Im Sozialamt der Stadt waren vor der Reform 13 Mitarbeiter beschäftigt. Drei sind auf eigenen Wunsch nach Stadthagen gewechselt, sechs arbeiten jetzt im Job-Center, die vier übrigen bleiben in Rinteln, verstärkt durch eine weitere Kraft aus Obernkirchen. Zum 1. Juli hat der Landkreis 55 Mitarbeiter von den Schaumburger Kommunenübernommen - in das Kreissozialamt mit seinen insgesamt 18 Mitarbeitern (fünf in Rinteln, 13 in Stadthagen) und in das Job-Center, das 136 Mitarbeiter hat (44 in Rinteln, 92 in Stadthagen). Was für den Landkreis ein erhebliches Plus an Personalkosten bedeutet, ist für die Kommunen eine spürbare Entlastung: Auf rund 500 000 Euro beziffert Buchholz für die Stadt Rinteln den Einspareffekt. Trotz der zusätzlichen Kosten ist für Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier die Übernahme der Aufgaben durch den Landkreis "nur konsequent": Schon vor der Gesetzesänderung sei die Sozialhilfe eigentlich Aufgabe des Landkreises gewesen, die aber über Jahre hinweg von den Kommunen getragen wurde. Zuständigist die Außenstelle des Kreissozialamtes zurzeit für 551 Bedarfsgemeinschaften, mit 296 Fällen macht die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung das Gros aus, Tendenz steigend. Das Beste an dieser internen Umstrukturierung: Für die Rintelner ändert sich eigentlich nichts. Die Hilfebedürftigen aus Eilsen und Auetal haben zwar einen etwas weiteren Weg, müssen diesen aber nicht laufend auf sich nehmen: Gerade die Grundsicherung werde überwiegend über die Post abgewickelt, sagt Reinhard Brandt, Chef des Kreissozialamtes. Und von gerade mal einer Handvoll Bürger, die versehentlich noch ins Rehrener Rathaus gekommen waren, berichtet Auetals Ordnungsamtsleiter Andreas Kunde: "Wir haben die Wohngeldempfänger zusätzlich angeschrieben, das Gros der Bürger weiß von der Änderung."




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