weather-image
29°
Carsten Bredow: „Das geht an die Existenz“

Bäckerei leidet wegen Baustelle unter massivem Umsatzeinbruch

ENGERN. Hätte Bäckerei Bredow nicht noch drei weitere, gut laufende Filialen, dann wäre es in diesem Jahr vielleicht zu Ende gegangen mit dem frischen Brötchenduft im Gänsedorf. „Die Baustelle hat uns wirklich kalt erwischt“, berichtet Carsten Bredow im Gespräch mit der SZ/LZ.

veröffentlicht am 03.01.2018 um 17:58 Uhr

Die problematische Parksituation hat die Traditionsbäckerei in Engern in Schieflage gebracht, sagt Carsten Bredow. Foto: tol
DSC_8809

Autor

Jakob Gokl Stv. Chefredakteur zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der SZ/LZ? Dann melden Sie sich hier mit Ihren SZ/LZ -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

„Wenn wir nicht in der Lage gewesen wären, mit großer Mühe, den Umsatzeinbruch über die anderen Filialen auszugleichen, dann wäre es das wohl gewesen.“

Nicht der Umleitungsverkehr, sondern die problematische Parksituation ist es, was die Traditionsbäckerei in Engern in Schieflage brachte: „Am Anfang durfte man nicht einmal vor unserer Filiale parken“, so Bredow. Erst nachdem sein Vater Ewald Bredow auf die Stadt zugegangen sei, habe man das absolute Halteverbot zumindest für zwei Stellplätze auf ein eingeschränktes Halteverbot geändert. „Aufgrund der Platzierung der Schilder ist es aber für Ortsunkundige oft trotzdem nicht klar.“

Daher kamen im vergangenen Jahr auch deutlich weniger Fernfahrer für Kaffee und ein Brötchen in den Laden. „Das ist ein Umsatzrückgang von 25 bis 30 Prozent“, eröffnet Bredow. Für einen kleinen Einzelhändler hätte das den Konkurs bedeutet. „Würde die Backarena (Im Industriegebiet Süd, Anm. d. Red.) nicht so gut laufen, das hätten wir kaum ausgleichen können.“

Dennoch: Auch der Bau der neu eröffnete Backarena muss ja finanziert werden. „Ich habe die Jahresendrechnung noch nicht“, sagt Bredow auf die Frage, ob denn wenigstens das Unternehmen insgesamt 2017 schwarze Zahlen schreiben werde, „aber das Gesamtunternehmen hat dadurch schon einen enormen Schlag bekommen.“ Umso stolzer kann er daher darauf sein, dass trotz der enormen Schwierigkeiten, in die die Bäckerei unverschuldet aufgrund der Baustelle geschlittert ist, kein einziger Mitarbeiter entlassen werden musste. „Zum Glück konnten wir alle Mitarbeiter halten“, so Bredow. „Und Kurzarbeit, so was haben wir noch nie gemacht.“

Ärgerlich ist für Bredow auch, dass die Kommunikation mit der Stadt nur schleppend funktionierte. „Ich hätte mir gewünscht, dass man aktiv auf uns betroffene Gewerbetreibenden zugeht.“ Zwar sei es schön, dass eine Lösung für die Situation mit den Parkplätzen gefunden wurd. „Aber das hätte man ja auch im Vorhinein planen können.“

Gerade für ihn als Bäcker sei es schwierig, an irgendwelchen informellen Kreisen teilzunehmen – „ich stehe ja sieben Tage die Woche in der Backstube.“

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare