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Ensemble der Staatsoper stellt sich vor, wissend: „Es gibt kein besseres Publikum als Kinder“

Bank ist Pferd: Theater lebt von Behauptung

Bad Nenndorf (tes). Verkehrte Welt im Mehrzweckraum des kleinen Gymnasiums: Nicht nur, dass auf Einladung des Kindergartens Bahnhofstraße der Bi-Ba-Butzemann Einzug gehalten hat. Das Ensemble der Staatsoper Hannover verwandelte in seiner Inszenierung für Kindergartenkinder kurzerhand eine Bank in ein Pferd.

veröffentlicht am 15.03.2010 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 15:41 Uhr

In der abwechslungsreichen Volks- und Kinderlieder-Reise entführte Schauspielerin und Sängerin Mareike Mor unterstützt durch zwei Musiker die jungen Zuschauer ins Reich der künstlerischen Freiheit. Sie kreuzte auf allen Meeren, durchforstete Länder und Städte, traf auf „fleißige Handwerker“ und begegnete „Auf der Mauer auf der Lauer“ einer Gruppe Vagabunden. Ganz klar: Beim theaterpädagogischen Projekt der Staatsoper ist Fantasie gefragt.

Die Kinder waren fasziniert vom Stimmvolumen und Ideenreichtum der Künstlerin und bestürmten sie mit einer Welle von Fragen: Warum hast du nicht die Bühne benutzt? „Ich wollte näher an euch dran sein“, antwortete Mor, die mit allerhand ungewöhnlichen Ideen die Welt auf den Kopf stellte – alles ohne den Raum zu verlassen. Das brachte das Publikum zum Jubeln und zum Nachdenken.

„Meine Computerspiele sind schnell langweilig. Wo bekomme ich so eine Zauber-Bank her?“ fragte eine Sechsjährige. Kein Problem. Mor: „Nimm doch einen Stuhl.“ Jeden Gegenstand könne man in Dinge verwandeln, die zum Spielen gebraucht werden. „Ganz einfach, indem man es behauptet“, brachte sie die Magie der Schauspielerei auf den Punkt: „Theater lebt von Behauptung.“

Die Resonanz und die spontane Spielfreude der Mädchen und Jungen überraschte sie nicht, versicherte sie. „Es gibt kein besseres Publikum als Kinder.“




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