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Schwerpunkt liegt auf Landtagswahl

Bartling tritt als SPD-Parteichef nicht erneut an

Landkreis (ssr). Einen Wechsel an der Spitze der Schaumburger SPD hat deren Vorsitzender Heiner Bartling (60) angekündigt. Er werde auf dem Unterbezirksparteitag im April 2007 nach 20-jähriger Amtszeit nicht erneut für den Vorsitz kandidieren, teilte Bartling gestern mit. Begründung des stellvertretenden SPD-Fraktionschefs im Landtag: "Ich will mit aller Kraft meinen Beitrag dazu leisten, die SPD auf Landesebene schon nach fünf Jahren wieder in die Regierungsverantwortung zu bringen." Über die Nachfolge Bartlings als hiesiger Vorsitzender sei im Vorstand des Unterbezirks "noch keine Diskussion geführt" worden.

veröffentlicht am 15.12.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:19 Uhr

Er strebe an, "zur SPD-Kernmannschaft für die Landtagswahl 2008 zu gehören", sagte der frühere niedersächsische Innenminister. Daher wolle er sich in der kommenden Zeit "mit voller Konzentration" der Landespolitik widmen. Der Steinberger nannte es als sein "erklärtes Ziel", den neu gebildeten, einzigen "reinen" Schaumburger Wahlkreis als Direktkandidat für die SPD zu gewinnen. Dazu muss er auf einer entsprechenden Wahlkreiskonferenz seiner Partei am 16. März 2007 nominiert werden. Bartling gestand "ganz ausdrücklich" zu, dass er die seit Jahren zu vernehmende Kritik aus Teilen der Schaumburger SPD-Basis als "nicht ganz unberechtigt" ansieht, auf Grund seiner Beanspruchung in Hannover sei er als Parteichef vor Ort zu wenig präsent gewesen: "Ein Unterbezirksvorsitzender sollte präsenter sein, auch malunaufgefordert bei Versammlungen von Ortsvereinen auftauchen." Bartlings langjähriger Stellvertreter Bernd Hellmann (50) reagierte gestern auf Anfrage, er stehe als Nachfolger nicht zur Verfügung. "Ich konzentriere mich ganz auf mein Amt als Stadthäger Bürgermeister, das darf auch mit Recht so von mir erwartet werden." Er werde daher konsequenterweise auch nicht erneut als Partei-Vize kandidieren, setzte Hellmann hinzu. Er bezeichnete den von Bartling gewählten Zeitpunkt des Rückzugs vom Parteivorsitz als gut geeignet: "Nach der verlorenen Landtagswahl 2003 wäre es das falsche Signal gewesen, und die Kommunalwahl 2005 hat er sehr erfolgreich gestaltet - nun also ist der richtige Moment." Respekt verdient die Entscheidung Bartlings nach den Worten des SPD-Bundestagsabgeordneten Sebastian Edathy. Bartling werde für die SPD "in herausgehobener Position" in den Landtagswahlkampf ziehen, so Edathy: "Dass er jetzt aus eigenem Antrieb den Stabwechsel in dieser Funktion einleitet, ist daher nachvollziehbar und zugleich eine souveräne Entscheidung."




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