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Kosten von 10 000 Euro für neue Software - oder doch nur 5600 Euro?

Baumkataster ab nächstem Jahr: Teures Vergnügen für die Stadt

Bad Nenndorf (fox). Die Stadt will ab 2007 ein Baumkataster einführen. Dies ist im Umweltausschuss deutlich geworden. Wie das Bauamt mitteilt, sei dies aus Verkehrssicherheitsgründen notwendig. Jedoch fehlt der Stadt die Software zur Erfassung der Baumbestände. 10 000 Euro für deren Beschaffung sind nach Ansicht des Umweltausschusses nun in den Haushalt einzustellen. Wie es derzeit aussieht, geht es jedoch auch für knapp die Hälfte.

veröffentlicht am 13.12.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:19 Uhr

Seit Jahren ist das Baumkataster immer wieder im Gespräch gewesen. Nun soll es auf Drängen des Bauamtes verwirklicht werden. Mit der Erfassung des städtischen Baumbestandes können dann der Zustand jedes einzelnen Baumes in der Stadt dokumentiert sowie fällige Arbeiten an den Gehölzen optimiert gesteuert werden. "Wir müssen unserer Verkehrssicherheitspflicht nachkommen", argumentierte der stellvertretende Bauamtsleiter Jürgen Bock die Entscheidung. Die Erfassung kostet jedoch viel Geld. Einerseits die Begutachtungs- und Vermessungsarbeiten, andererseits der Lizenzerwerb für die Software. Der Ansicht ist auch Ausschussmitglied Martin Balke (CDU). "Das Baumkataster ist ein teures Vergnügen", gab der Vermessungsspezialist zu bedenken. Er befürchtet hohe Folgekosten. "Das ist vor rund vier Jahren bereits diskutiert worden. Es macht hier keinen Sinn, eigene Wege zu gehen." Balke empfahl dem Ausschuss daher, sich an den Landkreis zu wenden, der in dieser Sache bereits Erfahrungen, beispielsweise mit Schaumburg-GIS, habe. Insgesamt 10 000 Euro möchte der Ausschuss für das Programm zunächst im Haushalt sehen. Weitere 7000 Euro für Begutachtungsaufgaben und Anschaffung von Positionsbestimmungs-Geräten wurden zwar angesprochen, jedoch nicht in die Beschlussvorlage aufgenommen. Wie es derzeit aussieht, ist der Ausschuss mit seiner Empfehlung an den VA etwas zu großzügig gewesen. Ausschussmitglied Andreas Knorr (SPD) hat als Mitarbeiter der Gartenbauabteilung der Kur- und Tourismusgesellschaft (KurT) bereits Erfahrungen mit der Erstellung eines Baumkatasters gesammelt - im Kurpark. Zu Staatsbad-Zeiten sei die entsprechende Software angeschafft worden. Diese gehöre nun der KurT. Da die Gesellschaft zu 95 Prozent der Stadt Bad Nenndorf gehört, könnte diese auch auf die Software zugreifen, die nach Knorrs Angaben gut funktioniere und auch erweiterbar sei. KurT-Geschäftsführerin Silke Busche bestätigte dies auf Anfrage. "Das Programm ist GIS-gestützt", sagte Busche. "Für 5600 Euro ließe sich die Software so erweitern, dass auch städtische Flächen erfasst werden können."




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