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Schmucker Endspurt: Am Forstamt Meinser Kämpen beginnt heute der Weihnachtsbaumverkauf

Baumlaus ist zu Weihnachten Spaßbremse Nr. 1

Meinsen (mig). Eine große Auswahl an Weihnachtsbäumen gibt es inzwischen überall – Discounter führen sie, sogar Tankstellen. Darunter leiden vor allem heimische Forstbetriebe. Nur etwa 15 Prozent der in Deutschland gehandelten Weihnachtsbäume werden noch von Waldbetrieben verkauft.

veröffentlicht am 18.12.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 07.11.2016 um 09:21 Uhr

Im Forstamt „Meinser Kämpen“ herrscht Hochbetrieb. Heute beginnt der Weihnachtsbaumverkauf, dazu gibt’s Glühwein und Wildbockwurst. Revierförster Sören Peters und Christian Fischer gehen ein letztes Mal durch die Blaufichtenkultur und prüfen die verschiedenen Qualitätsstufen. „Vier Triebe und einen gleichmäßigen Wuchs brauchen wir für die Premiumklasse“, erklärt Fischer und lässt die Nadeln durch seine Finger gleiten. „Die erreichen nur etwa 40 Prozent, der Rest ist Güteklasse „B“. Aus der werden oft Schmuckreiser gemacht.“

Etwas weiter hinten steht der beliebteste Baum der Deutschen, die Nordmanntanne. Ihr Vorteil ist ihre lange Haltbarkeit, außerdem sind ihre Nadeln – im Gegensatz zu Fichten – weich. „Auch bei uns werden Nordmanntannen am häufigsten verkauft“, erklärt Fischer und zeigt auf die lange Reihe blaufarbener Nadel-Bäume. Er selbst hat in den Jahren schon alle der hier angebotenen Arten im Wohnzimmer stehen gehabt: Fichte, Blaufichte und Nordmanntanne. Damit diese lange halten, empfiehlt er eine langsame Gewöhnung an die Zimmertemperatur. „Am besten sollte man den Baum erst in den Keller oder den Wintergarten stellen.“

Bevor aus der Tanne aber ein Weihnachtsbaum wird, braucht er ziemlich viel Pflege. Erst nach acht bis zehn Jahren Wachstum ist der Baum verkaufsfertig. In dieser Zeit schaden ihm vor allem Ackerwinde und Spätfröste. Und Läuse: „Durch diesen Schädling ist uns fast eine ganze Kultur verloren gegangen“, erinnert sich Christian Fischer. Mindestens genauso problematisch: die große Konkurrenz von Discountern und Tankstellen. Mit deren Dumpingpreisen kann das Forstamt nicht konkurrieren, in den letzten Jahren schrumpfte der Absatz von 1500 auf 500 Bäume. Fischer: „Wir müssen zwar jedes Jahr neu rechnen. Trotzdem: Ein Forstbetrieb muss auch Weihnachtsbäume verkaufen.“

Bäume wie die Blaufichte, die Familie Belkin gerade begutachtet. Rund 2,50 Meter soll er hoch sein, „wir haben ein großes Wohnzimmer“, verrät der Vater. Tochter Julia (5) möchte lieber einen kleineren Baum: „Der ist so schön.“ Eine Schönheit, die ihren Preis hat – im Vergleich zum Vorjahr sind Nordmanntannen und Fichten um zehn Prozent teurer geworden. „Das liegt unter anderem daran, dass Dänemark seine Anbauflächen verringert“, erklärt Fischer. Für den Meinser Kämpen sind die Preise aber stabil geblieben, den letzten Aufschlag gab es 2008.




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