weather-image
×

Am kommenden Donnerstag im Hotel "Stadt Kassel" / Gegen Verkauf des Steinangers

Bebauungs-Gegner gründen Bürgerinitiative

Rinteln (ur). Planerische und wirtschaftliche Aspekte, die demografische Entwicklung, der Hochwasserschutz und die Bedeutung der Vereine, Bedenken der Nachbarn sowie die Entwicklung am lokalen Immobilienmarkt - das alles wurde schon in aller Breite diskutiert im Zusammenhang mit der Zukunft des Steinangers und der projektierten Bebauung - und hat nichts am aktuellen Stand geändert, es soll und darf gebaut werden.

veröffentlicht am 09.12.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:19 Uhr

I n dieser Phase, wo die Entwicklung kaum noch zu stoppen scheint, tritt nunmehr eine Bürgerinitiative auf den Plan, die eine Bebauung doch noch verhindern will - und als Protagonisten dieser Initiative erscheinen zwei "Urgesteine" dieser Stadt, wie sie von ihrer politischen Herkunft und Biografie her kaum unterschiedlicher sein könnten: Der ehemalige Stadtverbandsvorsitzende und frühere CDU- Bundestagskandidat Dietrich von Blomberg und der altgediente SPD-Politiker Jürgen Evers laden mit weiteren Mitstreitern unter der Firmierung "Bürger für Rinteln" zum kommenden Donnerstag um 19 Uhr in das "Hotel Stadt Kassel" ein, diese Bürgerinitiative auch offiziell zu begründen und geben im Untertitel gleich das erklärte Ziel an: Den Verkauf des Steinangers zu verhindern und damit eine beliebte öffentliche Nutzfläche für kommende Generationen zu erhalten. Dabei sehen sich beide nicht nur als Wahrer kurzfristiger Interessen, sondern als Hüter einer historisch begründeten Tradition: "Der Steinanger ist bereits im 14. Jahrhundert als ein Geschenk des Grafen von Schaumburg in den Besitz der Stadt Rinteln gelangt. Seitdem hat jede Generation eine öffentliche Nutzung für den Steinanger gefunden, die der Allgemeinheit zu Gute kam", gibt dazu Dietrich von Blomberg zu bedenken und kämpferisch postuliert der altgediente Sozialdemokrat und erklärte Moralist Evers: "Der Steinanger gehört allen Rintelnern - nicht dem Rathaus, nicht einem Verein und schon gar nicht irgendeinem Kreditinstitut." Im Laufe der Jahrhunderte habe es immer mal Zeiten leerer Stadtkassen gegeben, nie aber sei deshalb dieses kommunale Kernstück leichtfertig versilbert worden. Man wolle am nächsten Donnerstag auf der Versammlung die für den Verkauf vorgebrachten Argumente widerlegen und sehe sich in überparteilicher Verantwortung, ausschließlich dem Ziel verpflichtet, das Bauvorhaben noch zu stoppen - und sei es auch durch eine Unterschriftensammlung, wobei die Initiatoren nicht ausschließen, daraus später auch ein Bürgerbegehren nach Paragraph 22 b der Niedersächsischen Gemeindeordnung (NGO) zu entwickeln.




Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Anzeige