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Autofahrer nutzen Gefälle der Waldstraße und geben Gas / Junger Mann wird handgreiflich

Beckedorfs Rasermeile

Beckedorf. Das Gefälle der Beckedorfer Waldstraße verleitet zum Rasen. Leidgeprüfte Anlieger wissen davon zu berichten. Ein besonders einschüchterndes Erlebnis hatte jetzt das Ehepaar Kuchler. Nachdem Norbert Kuchler einen jungen Mann erbost auf die Tempo-30-Zone hinwies, kam es zu Handgreiflichkeiten.

veröffentlicht am 09.04.2014 um 18:16 Uhr
aktualisiert am 09.04.2014 um 19:49 Uhr

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Das war passiert: Die Kuchlers hatten ihre Tochter besucht. Unterwegs waren sie zu Fuß. Aus Richtung B 65 kommend stapften sie die Waldstraße hoch. Kurz vor der Abbiegung in die Rosenstraße, an der das Ehepaar wohnt, sahen die beiden Senioren einen Kleinwagen mit hoher Geschwindigkeit auf sich zuschießen. Das Auto bog scharf links ab, fast ohne abzubremsen.

„Die Reifen drehten durch und Steine flogen umher“, erinnert sich Roswitha Kuchler. Das Ehepaar machte einen Satz zurück. Norbert Kuchler machte Gesten, die den beiden Männern im Auto signalisieren sollten, dass sie durch eine verkehrsberuhigte Zone rasen. Ohne Erfolg: Der Wagen bretterte weiter und kam den Kuchlers schließlich auf der Rosenstraße wieder entgegen.

Norbert Kuchler zufolge hat der Fahrer das Fenster heruntergekurbelt und gefragt: „Was willst du eigentlich?“ Kuchler habe seinen Hinweis mit der Tempo-30-Zone wiederholt. Der angespannten Stimmung entsprechend sei das Gespräch „eher laut“ verlaufen. Der junge Mann habe so plötzlich die Tür aufgestoßen, dass sie Kuchler am Oberkörper traf. Er sei getaumelt und habe sich dabei am Fahrer festgehalten, der aus dem Auto herausgesprungen war. Kuchlers Brille fiel ihm vom Gesicht. Die beiden Männer stürzten.

Der 72-jährige Kuchler blieb am Boden, suchte seine Brille. Der „junge Bengel“ sei seinem Alter entsprechend sekundenschnell wieder auf den Beinen gewesen.

Roswitha Kuchler forderte den Rüpel auf, ihren Ehemann in Ruhe zu lassen. Der Autofahrer habe sich umgedreht und ihr „genau auf die Brust“ geschlagen. Ob mit der Faust oder mit der flachen Hand, könne sie nicht genau sagen. Dafür sei alles zu schnell gegangen. Aber noch am Tag nach dem Vorfall habe sie Schmerzen an der Trefferstelle gehabt.

„Das war natürlich ein Extremfall“, sagt Norbert Kuchler. Der aber fuße auf einem Grundproblem, das den Kuchlers viele Anlieger bestätigt hätten: Autofahrer nutzen das Gefälle der Waldstraße zum Rasen. Entlang der Straße stehen Schilder, selbst gemalte Bitten um Rücksichtnahme. „Vorsicht, Kinder!“, steht darauf. Und: „Gas weg!“

„Die bringen nichts“, hat Norbert Kuchler festgestellt. Die Verwaltung müsse eingreifen. Ein weiteres Tempo-30-Hinweisschild sei mindestens nötig. Dort, wo Albert-Schweitzer-, Planck- und Robert-Koch- in die Waldstraße münden. Hinter diesem Punkt geht es bergab – die Raserstrecke beginnt.




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