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Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) sieht aus Kostengründen keine Lösung

Behindertengerechter Umbau am Bahnhof würde Millionen erfordern

Rinteln (wm). Der Bahnhof in Rinteln wird zumindest in naher Zukunft nicht behindertengerecht ausgebaut. So Auskunft der Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG), zuständig für den Rintelner Bahnhof. Der Grund: Ein Umbau wäre zu teuer, vor allem vor dem Hintergrund, dass gerade mal 350 Personen täglich in Rinteln ein- wie aussteigen.

veröffentlicht am 27.09.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:25 Uhr

Das Problem: Behinderte im Rollstuhl, die in Rinteln in einen Zug einsteigen wollen, kommen zu den Gleisen nur durch einen Tunnelüber eine Treppe. Es gibt hier weder einen Aufzug noch eine Rampe. Radfahrer können ihr Rad zumindest über die Treppen tragen. Möglich wäre eine Überquerung der Gleise auf einem Bohlenweg, aber das ist verboten. Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz hatte deshalb bei einem Gespräch in Hannover persönlich auf dieses Problem hingewiesen und um Lösungsvorschläge gebeten. Sein Vorschlag, Rückbau eines Gleises, was für die Stadt Rinteln außerdem den Vorteil hätte, dass die Einmündung der Waldkaterallee großzügiger und sicherer ausgebaut werden könnte. Die Landesverkehrgesellschaft hat von der DB Netz AG inzwischen drei Varianten prüfen und die Kosten ermitteln lassen. Bei der Variante eins würde ein Gleis komplett abgebaut und ein Kombi-Bahnsteig eingerichtet, an dem alle Züge ankommen, bzw. abfahren. Dadurch könnte ein ebenerdiger Übergang geschaffen werden. Diese Lösung, hat die DB Netz AG ermittelt, würde Investitionen an Gleis- wie Signalanlagenin Höhe von 4,5 Millionen Euro erfordern. Auch bei der Variante zwei würde ein Gleis der insgesamt vier Gleise zurückgebaut, dafür zwei Außenbahnsteige belassen. Auch dafür müssten, so die Netz AG Weichen wie Signaleinrichtungen in großem Umfang verändert werden, bei Kosten von rund 4,7 Millionen Euro. Am schnellsten zu realisieren wäre die Variante drei, nämlich der Einbau von zwei Aufzügen. Hier geht die Netz AG von Umbaukosten in Höhe von rund 1,1 Millionen Euro aus. Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz will sich mit dieser Auskunft nicht zufrieden geben und jetzt die Behindertenbeauftragte der Bundesregierung einschalten. Er ist überzeugt, dass sich bei gutem Willen auch eine preiswertere Lösung finden ließe. Rein theoretisch könnten behinderte Fahrgäste vom Bahn-Personal über den Bohlenweg zum Zug geführt werden. Doch das, teilte Niederlassungsleiter Stefan Bennemann aus Bielefeld für die Eurobahn auf Anfrage mit, werde "im betrieblichen Alltag nur in Einzelfällen praktiziert", könne aber aus haftungsrechtlichen Gründen nicht zur offiziellen Regel werden. Ab Dezember würden außerdem die Züge nur noch einen so kurzen Aufenthalt in Rinteln haben, dass nur der reine Ein- wie Ausstieg möglich sei. Eine Begleitung von Behinderten durch Eurobahn-Personal wäre dann auch zeitlich nicht mehr möglich.




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