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Initiative nimmt sich neue Themen vor / Entspannte IGEL-Mitgliederversammlung / Der Zustrom hält an

„Beim Klinikum interessieren uns die Verkehrsströme“

Heeßen (sig). „Der geplante Autohof und das Klinikum zusammen wären der Tod des Kurortes gewesen; das konnten wir durch unseren Einsatz abwenden.“ So beurteilte das IGEL-Beiratsmitglied Rainer Wolff aus seiner Sicht die Gefahrenlage von Bad Eilsen. Und er bekam keinen Widerspruch zu hören bei der ersten Mitgliederversammlung nach der Gründung im „Heeßer Krug“.

veröffentlicht am 09.11.2010 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 15:41 Uhr

Zurücklehnen will sich der Vorstand jetzt aber nicht. Paul Mühe, der 1. Vorsitzende, machte noch einmal deutlich, um was es auch künftig geht. Die Mitglieder seiner Gemeinschaft wollen die Eigenart und Schönheit der heimischen Landschaft sowie den Wohn- und Erholungswert bewahren, den Artenschutz beachten und eine unverhältnismäßige Bebauung und Versiegelung durch technische und gewerbliche Bauwerke verhindern.

Um möglichst frühzeitig auf sich anbahnende Entwicklungen reagieren zu können, nehmen Vorstands- und Beiratsmitglieder an allen öffentlichen Sitzungen von politischen Gremien teil. Diese Aufgaben werden auf mehrere Schultern verteilt. Rainer Wolff: „Wir wollen dort in den Sitzungen alle notwendigen Fragen stellen, die zur Aufklärung beitragen. Auch beim Golfplatz werden wir am Ball bleiben. Kommt es zur 18-Loch-Anlage, und wird das Hotel gebaut?“

Paul Mühe forderte alle Mitglieder zur Wachsamkeit auf: „Wenn Sie im Ort etwas sehen, das für Sie neu und unbekannt ist, dann fragen Sie bitte nach.“ Deutlich kam seine Freude darüber zum Ausdruck, dass der Bau des Autohofes mit 160 Stellplätzen für Lastkraftwagen und 60 für Autos verhindert werden konnte. Wörtlich: „Dieses Thema ist damit erst einmal vom Tisch, aber für alle Zeiten möchte ich nicht sagen.“

Vorsitzender Paul Mühe.

Eine grundsätzlich ablehnende Haltung zum Bau des Klinikums in Vehlen war jedoch Mühes Worten nicht zu entnehmen. Eine ärztliche Vollversorgung in der Nähe zu haben, darüber freue er sich persönlich – als älterer Mitbürger. Letztlich gehöre dieser Bereich auch nicht zur Samtgemeinde Eilsen, für „die wir uns zuständig fühlen“, meinte der IGEL-Chef. Wichtig sei jedoch, wie die Planer die Verkehrsströme lenken wollen. Das sei ein Anliegen, bei dem man seine Augen aufhalten werde.

Rainer Wolff: „Bis zu 3400 Fahrzeuge werden zusätzlich pro Tag durch Bad Eilsen fahren. Das ist für uns ein entscheidendes Anliegen.“ Paul Mühe wies darauf hin, dass man wegen des Klinikbaus bereits Kontakt mit dem Vorsitzenden der neuen Bürgerinitiative und mit Vertretern des Projektträgers aufgenommen habe. Es sei in jedem Fall aber klar, dass sich drei Krankenhäuser im Schaumburger Land aus wirtschaftlichen Gründen nicht halten lassen.

Erfreut zeigte sich Mühe über den Zustrom von neuen IGEL-Mitgliedern. Derzeit seien es bereits 149, und diese positive Entwicklung halte an. Inzwischen ist man ein eingetragener Verein und sei vom Finanzamt als gemeinnützig anerkannt worden. Damit könnten jetzt auch Spendenbescheinigungen ausgestellt werden.

Ganze 45 Minuten benötigte der Vorstand, um alle Formalitäten einer Jahresversammlung abzuwickeln. Alles ging einstimmig über die Bühne, auch die Entlastung für die zurückliegenden knapp acht Monate seit der Gründung. Neuwahlen standen noch nicht an.




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