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Portaner Unternehmen wächst um zwei Prozent / Stabile Ertragslage / Weitere Stellenstreichungen geplant

Bernstein expandiert im Ausland - China im Blick

Porta / Bückeburg (mt). Hans-Joachim Bernstein, Vorstandschef der Bernstein AG, betrachtet sein Sicherheitstechnik-Unternehmen als Chamäleon, das in kluger Voraussicht einer Karawane rund um die Welt folgt. Dabei ist ihm eins heilig: Das Chamäleon muss allen Veränderungen zum Trotz immer seine Familie und Heimat lieben. Die Strategie scheint aufzugehen - zumindest ist das Unternehmen in Porta Westfalica - im Bückeburger Ortsteil Röcke mit einem Werk vertreten - seit Jahren auf Expansionskurs.

veröffentlicht am 05.08.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:22 Uhr

Das Stichwort heißt Globalisierung, das Erfolgsrezept ist der Wille zur Anpassung. Den zeigt Hans-Joachim Bernstein, der 1975 den Konzern übernahm, ausbaute und neun Tochtergesellschaften gründete. Mittlerweile ist Bernstein 63 Jahre alt - ans Aufhören denkt er noch nicht. 2003 kämpfte er gegen eine schlechte Ertragslage. Seit drei Jahren steigert der Konzern den Umsatz: 2005 um zwei Prozent auf 61 Millionen Euro. "Dieses Wachstum wurde fast ausschließlich im Ausland erzielt", so Vorstandsmitglied Christof Güse. "Wenn es unsere Kunden ins Ausland zieht, folgen wir der Karawane." Derzeit wandert sie nach China. Also gründete der Konzern im April eine Tochtergesellschaft in Shanghai, um seine Kunden vor Ort bedienen zu können. Die Bernstein AG, zu 100 Prozent im Familienbesitz, baut Sicherheitstechnik für die Industrie: Schalter, Sensoren, Gehäuse. Kunden sind Autoindustrie, Maschinenbau, Hersteller von Rolltreppen und Aufzügen. Derzeit boomt in China die Nachfrage. "Fast alle Hersteller haben ihre Standorte daher nach Asien verlegt", weiß Bernstein. Um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, werden die Aktivitäten in China ausgeweitet. Ebenso in Ungarn. Die Ertragslage der Bernstein AG ist stabil. Der Konzern hat sich mit einer jungen Führungsriege und innovativer Produktentwicklung zukunftsfähig gemacht. Einen großen Beitrag haben auch die Mitarbeiter geleistet, die seit eineinhalb Jahren in einem mit der IG Metall ausgehandelten Beschäftigungssicherungsvertrag wöchentlich bis zu fünf Stunden unbezahlte Mehrarbeit leisten,um Arbeitsplätze zu sichern. Der Vertrag läuft Ende 2006 aus. "Wir versuchen ihn zu verlängern", sagt Bernstein, der allerdings gesteht, dass einfache Tätigkeiten im Unternehmen keine Zukunft haben. Bald werden demnach von den derzeit noch 500 Mitarbeitern - 100 Stellen wurden bereits 2003 gestrichen - weitere gehen müssen, so Bernstein. "Die Zukunft gehört jungen Leuten, die viele Sprachen beherrschen, sich mit Technik oder dem Vertrieb auskennen." Die Nachfolge sei gesichert. "Wir wollen hierbleiben", sagt Bernstein. Deshalb seien die Strukturveränderungen notwendig.




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