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Storchenvater trotz Schlagseite zuversichtlich: Gemeinschaftsaktion soll es noch rechtzeitig richten

Besorgnis in Petzen: Storchennest kurz vor dem Absturz?

Petzen (bus). In Petzen ranken sich gegenwärtig wieder einmal zahlreiche Gespräche um Neubaupläne. Anders als sonst geht es jetzt aber nicht um das Baugebiet „Auf der Höhe“ oder dessen Erweiterung, sondern um den desolaten Zustand der Adebar-Behausung hoch droben auf dem Schornstein der früheren Domäne. „Das Heim meiner Lieblingsgäste muss unbedingt von Grund auf erneuert werden“, schildert Storchenvater Manfred Heidmeier seine Eindrücke.

veröffentlicht am 27.01.2011 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 03:21 Uhr

Wobei „von Grund auf“ augenscheinlich ein wenig zu tief gegriffen ist. Der Schornstein und – so hat es den Anschein – das Gerüst des Nestes muten unversehrt an. Der Industrieschlot wurde jüngst im Auftrag der fürstlichen Hofkammer picobello auf Vordermann gebracht und das Gestell vermittelt nach Heidmeiers Dafürhalten einen „bombensicheren“ Eindruck. Das Nest bietet dagegen ein Bild des Jammers. „Vermutlich um den Gefrierpunkt pendelnde Temperaturen mit kurz aufeinanderfolgenden Frost- und Tauwetterabschnitten sowie ein kräftiger Wind haben der Konstruktion einen Beinahe-Garaus beschert“, schätzt der Storchenvater.

In der Tat ist das überwiegend aus Ton und Reisig zusammengefügte Zuhause arg aus dem statischen Gleichgewicht gekommen und ragt mit schwerer Schlagseite über den Schornsteinrand hinaus. Das es tragende Podest befindet sich indes nach wie vor mehr oder weniger in der Waagerechten. „Das sieht aber trotzdem fürchterlich gefährlich aus“, höre er mehrmals am Tag Schilderungen besorgter Einwohner. „Das wird wohl bald runterfliegen.“

Ganz so pessimistisch möchte Heidmeier die Situation nicht betrachten. Störche seien außergewöhnlich pfiffige Baumeister, deren Können häufig unterschätzt werde. Das „etwas passieren“ müsse, stehe unterdessen außer Frage. Der Horst tauge in seiner derzeitigen Beschaffenheit nicht als Wohnsitz und als Kinderstube schon gar nicht. „Ich habe bereits Rücksprache mit der Hofkammer gehalten und etliche Telefonate geführt“, erläutert der Adebar-Experte. Da zudem der renommierte Zoobiologe Dr. Reinhard Löhmer und die Kameraden der Feuerwehr ihre Hilfsbereitschaft signalisiert hätten, sehe er den „Neubauplänen“ recht zuversichtlich entgegen. Wahrscheinlich werde der überstehende Teil des Nistplatzes in naher Zukunft fachgerecht abgetrennt und der andere Teil einigermaßen in die Horizontale gebracht. Heidmeier: „Den Rest werden sich die fleißigen Vögel im Frühjahr schon zurechtzimmern.“




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