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Viele Eimbeckhäuser haben geglaubt, dass es beim Büromöbelhersteller Wilkhahn trotz der Krise gut läuft

Bestürzung über Entlassungen

Eimbeckhausen. Die Nachricht von einer geplanten Entlassungswelle beim Büromöbelsteller Wilkhahn hat in Bad Münder Betroffenheit und Bestürzung ausgelöst. Bürgermeister Hartmut Büttner sprach von einer großen Belastung für das Unternehmen und die gesamte Stadt. „90 Stellen – das eine ganz erhebliche Größenordnung. Wir wissen alle, wie schwer es ist, neue Arbeitsplätze zu schaffen“, sagte Büttner. Auch wenn die Stadt vermutlich nicht viel tun könne, „so bieten wir uns doch als Gesprächspartner an“.

veröffentlicht am 31.05.2013 um 19:55 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 10:33 Uhr

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„Im Dorf herrscht eine tiefe Betroffenheit, die Situation bei Wilkhahn ist hier seit Ende vergangener Woche das vorherrschende Thema“, sagt Ortsbürgermeister Karlheinz Bodtmann. „Wir müssen erkennen, dass die europäische Wirtschaftskrise auch vor diesem uralten Unternehmen nicht haltmacht. Als Ortsbürgermeister kenne er viele Menschen, die bei Wilkhahn arbeiten, persönlich. „Es bleibt nur die Hoffnung, dass sich das Schlimmste verhindern lässt.“

Als „herben Verlust“ wertet SPD-Chef Heinrich Söfjer den drohenden Abbau von 90 Arbeitsplätzen in seinem Heimatort Eimbeckhausen. Gerade Bad Münder treffe dies hart – nach dem Aderlass in der Glashütte vor einigen Jahren. Söfjer, selbst Gewerkschafter und viele Jahre Betriebsratsvorsitzender bei Volkswagen Nutzfahrzeuge in Hannover, lässt Überraschung durchblicken: „Wir haben immer alle geglaubt, dass es bei Wilkhahn trotz der Krise gut läuft.“

Das Unternehmen habe in der Vergangenheit bewiesen, dass es auch in schwierigen Zeiten alles daran setze, Entlassungen zu vermeiden, lobt Söfjer. Er hoffe, dass es gelingt, die Zahl der Kündigungen noch zu verringern. Der langjährige Gewerkschafter begrüßt die Pläne für eine Auffang- und Qualifizierungsgesellschaft. Die betroffenen Arbeitnehmer würden so nicht sofort in die Arbeitslosigkeit abrutschen. Zudem zeige die Erfahrung, dass häufig eine unmittelbare Rückkehr ins Unternehmen möglich sei, wenn sich dort die Situation überraschend schnell wieder bessere. Auch für Wilkhahn hätte das handfeste Vorteile, glaubt Söfjer: „Man könnte sofort wieder auf qualifizierte Mitarbeiter zurückgreifen.“




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