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Elisabeth-Selbert-Schüler in Polen

Besuch bei Freunden

HAMELN. Im Frühsommer lernten sich alle im Weserbergland kennen. Jetzt machten sich Schülerinnen und Schüler des beruflichen Gymnasiums der Elisabeth-Selbert-Schule auf den Weg zum Gegenbesuch ins südöstliche Polen.

veröffentlicht am 02.11.2017 um 17:01 Uhr

Acht Tage lang konnten sich die Schüler ein Bild von Polen machen, von Land und Leuten in Nowy Sacz, das 100 Kilometer von der alten Königsstadt Krakau entfernt liegt, in einer Region, die als polnische Toskana bezeichnet wird. Nowy Sacz, auf deutsch Neu Sandez, ist eine Stadt in der polnischen Wojewodschaft Kleinpolen und hat etwa 84 000 Einwohner. Gastgeber war das „Allgemeinbildende Gymnasium und Lyzeum Nr. 1 Jan Długosz“.

Die Schüler des 12. Jahrgangs fanden auch Antworten, am Wochenende in den polnischen Familien, im Unterricht der polnischen Gastgeber, in der Modeausstellung des Stadtmuseums, bei ersten schwungvollen Schritten des polnischen Volkstanzes, beim Kennenlernen regionaler Traditionen im Jugendkulturpalast. Vieles lernten die Gäste über die wechselhafte Geschichte der Region während des Stadtrundgangs und der Besichtigung des großen ehemaligen jüdischen Stadtviertels mit dem jüdischen Friedhof in Nowy Sacz.

Gemeinsam bereiteten sich die polnischen und deutschen Austauschteilnehmer auf den Besuch der ehemaligen Emaillegefäßfabrik von Oskar Schindler in Krakau vor, des neuen Museums, das der Geschichte Krakaus in den Jahren 1939 bis 1945 gewidmet ist. Die Kriegsgeschichte der Fabrik und ihres Besitzers sowie die Geschicke der von ihm geretteten jüdischen Insassen des Konzentrationslagers Płaszów lassen sich hier dank moderner Museumspädagogik erschließen. An diesem Ort konnte auch an den gebürtigen Hamelner Postbeamten Max Nagler erinnert werden. Er hatte im besetzten Krakau eine jüdische Familie mehr als zwei Jahre lang in einer Wohnung versteckt und mit Lebensmitteln versorgt. Nagler wurde in diesem Jahr postum als „Gerechter unter den Völkern“ ausgezeichnet – wie bereits schon früher Oskar Schindler.

Einen weiteren Tag lang suchte die Reisegruppe aus Hameln mit ihren polnischen Gastgebern in der Gedenkstätte des deutschen Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau nach Antworten auf ihre Fragen. Beide Begegnungen der beiden Austauschgruppen in Polen und in Deutschland wurden vom Deutsch-Polnischen Jugendwerk gefördert. „Das ist sehr segensreich“, meinen Schulleiterin Gisela Grimme und Falko Kruse als begleitende Lehrkräfte. PR




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