weather-image
×

"Schaumburger Abend" mit Erfolgsmeldungen und netter Unterhaltung

Besucher stürmen Museum Rinteln - Eulenburg wird Pilotprojekt

Rinteln (cok). Fünf Sonderausstellungen, gestiegene Besucherzahlen, erhöhte Zuschüsse von der Stadt und ein hoch begehrter Kalender, das waren einige der Erfolgsmeldungen rund um das Museum Eulenburg, die am jährlichen "Schaumburger Abend" des Heimatbundes Grafschaft Schaumburg verbucht werden konnten. Für die Gäste eigenartig ungewohnt: Es war seit zehn Jahren das erste Mitgliedertreffen ohne den zurückgetretenen Vorsitzenden Günther Klußmeyer.

veröffentlicht am 05.12.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:19 Uhr

Manfred König, der als kommissarischer Vorsitzender durch den Abend im Ratskellersaal führte, würdigte daher sehr herzlich Klußmeyers langjähriges Engagement und hob dabei besonders den Umbau des Museums und die zeitgemäße Neustrukturierung der Ausstellungen hervor. Unter Klußmeyers Vorsitz formte sich ein kompetentes Team um Museumsleiter Dr. Stefan Meyer, und die Mitgliederzahl des Heimatbundes verdoppelte sich von 300 auf 600 Mitglieder. Das laufende Jahr 2006 hatte bereits Ende Oktober mit 5467 Museumsbesuchern die Besucherzahlen des Vorjahres getoppt. Außerdem wurde die "Eulenburg" für das Pilotprojekt "Museumsregistrierung" im Museumsverband Niedersachsen/Bremen ausgewählt, eine Ehre, die insgesamt 30 ganz unterschiedlichen Museen zukam, mit dem Ziel, dass am Ende ein "Qualitätssiegel der Museumsarbeit" erteilt werden kann. Auch in diesem Zusammenhang sei es erfreulich, dass die Stadt Rinteln die Museumszuschüsse deutlich erhöht habe, so Manfred König. Er vergaß auch nicht die lange Reihe der ehrenamtlichen Mitarbeiter für Heimatbund und Museum zu erwähnen, die dafür sorgen, dass "Erzählcafé" und geführte heimatkundliche Wanderungen stattfinden, dass sich Arbeitskreise wie etwa zum Denkmalschutz oder zur Museumspädagogik gründen, die Bestände der Museumsbibliothek geordnet werden und der PC nicht abstürzt. Herausragend geehrt wurde Ingrid Klodt, als "Reisemarschallin" nämlich, die 17 Jahre lang über 170 der überaus beliebten Fahrten des Heimatbundes vorbereitete und dabei als charmante und gelehrte Führerin zur Verfügung stand. (Im nächsten Jahr wird Hilmar Göttlicher die Reiseleitung übernehmen.) Auch Heimatbundmitglied Joachim Geißler erhielt einen Blumenstrauß für seine 40-jährige verbriefte Treue zum Verein. Wie traditionellüblich hatte der "Schaumburger Abend" seinen Gästen auch kulturelle Unterhaltung zu bieten. Pianist Stephan Winkelhake und die Sängerin Vera Skamira mit einer leidenschaftlichen Altstimme boten wohlige Schauer auslösende Chanson-Klassiker von Zarah Leander, Marlene Dietrich, Lale Andersen und schließlich Edith Piafs grandioses "Je ne regrette rien", das bei vielen Anwesenden sentimentale Erinnerungen weckte. Sängerin und Pianist waren mutig aus Stadthagen angereist, obwohl sie wissen konnten, dass Stadthäger in einem Grußwort vom "radikalpatriotischem Tütenkasper" Ulrich Reineking nicht ungeschoren davonkommen würden. Uwe Kurt Stade aus Hohenrode verlas als "Rentner Kurt" in durchaus würdiger Vertretung für den abwesenden Reineking launige Worte über die Kreisstadt, die sich "hochstaplerisch" zur Renaissancestadt aufspiele, und trug dann eigene Texte vor, darunter einen Morgenspaziergang durch Rinteln, der allen Zuhörern wieder bewusst machte, in was für einem sympathischen Städtchen sie leben. Bei den Heimatfreunden stieß das natürlich auf positive Resonanz.

"Reisemarschallin"Ingrid Klodt, die 17 Jahre langüber 170 Fahrten vorbereitet hat. Fotos: cok



Anzeige
Anzeige