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Rathaussaal platzt aus allen Nähten: Nur noch Stehplätze beim Adonia-Musical „Der verlorene Sohn“

Bibeltext in Jugendslang und Rocksongs verpackt

Bückeburg. Mit einer wirklich beeindruckenden musikalischen sowie darstellerischen Leistung haben sich Mitglieder des Chorprojekts Adonia in Bückeburg präsentiert. Die rund 70 Jungen und Mädchen der insgesamt über 1500 Jugendliche zählenden Musikgemeinschaft gastierten im Rathaussaal mit dem Musical „Der verlorene Sohn“. Eingeladen zur der Aufführung, bei der selbst zusätzliche Stühle nicht ausreichten, um allen Besuchern Platz zu bieten, hatte die Evangelische Allianz, bestehend aus der Evangelisch-Lutherischen Stadtkirchengemeinde Bückeburg, der Freikirchlichen Gemeinde (Scheier Straße) sowie der Landeskirchlichen Gemeinschaft (Trompeter Straße).

veröffentlicht am 05.04.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 09.11.2016 um 02:21 Uhr

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Schon seit Jahren organisiert Adonia bundesweit und in der Schweiz Chorfreizeiten für Kinder und Jugendliche, in deren Rahmen biblische Geschichten in nur wenigen Tagen musikalisch umgesetzt und für die große Bühne einstudiert werden. Während eines jeweils achttägigen Musical-Camps wird unter Anleitung eines ehrenamtlichen Teams intensiv geprobt, anschließend folgen die Auftritte. Die Hauptziele bestehen dabei in der musikalischen Förderung von Kindern und Jugendlichen sowie in der Vermittlung christlicher Inhalte und biblischer Botschaften über das Medium der Musik. Dieses Engagement ist dabei nicht an eine bestimmte Konfession gebunden. Adonia arbeitet sowohl mit Landeskirchen als auch mit Freikirchen zusammen.

Gegründet wurde Adonia 1979 im schweizerischen Zofingen vom Grundschullehrer Markus Hottiger. Der Name „Adonia“ ist hebräisch und bedeutet „Gott ist (mein) Herr“. Seit 2001 ist Adonia auch in Deutschland aktiv. 2004 wurde der ehrenamtliche Verein Adonia mit Sitz in Karlsruhe gegründet. Leiter ist Markus Heusser, der anlässlich der jetzigen Aufführung von „Der verlorene Sohn“ ebenfalls in Bückeburg zu Gast war.

Im heimischen Bereich sind die jungen Adonia-Sänger und -Musiker längst keine Unbekannten mehr. Vor zwei Jahren trat ein Chor des Projekts an gleicher Stelle mit dem Musical „Der Verrat“ auf. In Bad Eilsen war Anfang 2008 das Musical „Jona und der Wahl“ zu sehen. Im diesem Jahr sind 23 Adonia-Projektchöre mit insgesamt rund 1500 Jugendlichen mit dem Musical „Der verlorene Sohn“ in Deutschland unterwegs.

Die arme Bettlerin entpuppt sich als leichtes Mädchen.

Das mittlerweile sprichwörtlich gewordene Gleichnis hat seinen Ursprung im Lukas-Evangelium, Kapitel 15. Für ihre Inszenierung haben die Adonia-Kreativköpfe Markus Hottiger (Text) und Markus Heusser (Musik) der biblischen Geschichte vom jüngeren Sohn, den es vom väterlichen Hof in die Ferne zieht, der dort sein Erbe verprasst und schließlich reumütig in die Heimat zurückkehrt, wo er vom Vater mit offenen Armen empfangen wird, eine zeitgemäße Form aus modernem Jugendslang und mitreißenden Rocksongs verpasst. Aus dem Sohn, der im Lukas-Evangelium in die Ferne zieht und dort sein Erbe durch seine Zügellosigkeit durchbringt, wird hier ein gutherziger Bauerntölpel, der vom Zuhause „die Schnauze gestrichen voll hat“ („Ich komm sonst noch in die Klapse!“) und in einer Party-Community von leichten Mädchen und Glücksspielern ausgenommen wird.

Als Zuschauer mochte man kaum glauben, dass die ebenso motivierten wie musikalisch gut aufgelegten jungen Künstler, die auf der Bühne des Rathaussaals das vierte und letzte Konzert ihrer Tournee gaben, dafür gerade einmal eine Woche geprobt hatten. Sowohl Chor als auch Rockband präsentierten das Ergebnis einer hochintensiven, disziplinierten Probenarbeit. Dabei präsentierten die bestens eingespielten Jungmusiker sich nicht nur als Ensemble aus einem Guss, sondern beeindruckten auch mit überzeugenden Solobeiträgen einzelner Mitglieder sowie – zwischen den Musikabschnitten – mit gefühlvollen Spielszenen.




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