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Finnen organisieren Kennenlern-Abend für Sommeruni-Studenten

Bildervortrag mit Volksgesang: Ein Abend im Zeichen Finnlands

Rinteln (ur). Seit die Rintelner Sommeruni existiert, sind unter den jugendlichen Gästen immer wieder auch Oberstufenschüler aus Finnland als Studierende auf Zeit dabei - und in diesem Jahr boten die jungen Leute aus dem nordfinnischen Oulu sogar einen ganzen Kennenlern-Abend über die Besonderheiten ihres Heimatlandes an.

veröffentlicht am 17.07.2008 um 00:00 Uhr

Und wie sie das taten, das hatte schon was! Der 20-jährige Student Jaköö Kylönnen hatte einen kleinen Lichtbildvortrag vorbereitet, in dem er zum einen artig Daten und Fakten wie Einwohnerzahlen, Flächengröße, bedeutende Städte und Religionszugehörigen aufzählte, zum anderen aber auch höchst vertrackte Sprachlektionen für die Besucher einlegte und sich offenkundig am erwartungsgemäßen Scheitern seiner Schüler delektierte. Zwischendurch traten immer wieder junge Mädchen aus Finnland nach vorn und sangen mit glockenhellen Stimmen zur Klavierbegleitung heiter-beschwingte Volkslieder und getragene Balladen, wobei natürlich auch der "Nationalheilige" Jean Sibelius entsprechend gewürdigt wurde. Ungewöhnlich war es wohl für die meisten Besucher, dass zum Abschluss sogar die finnische Nationalhymne intoniert wurde, doch ging dieser Zeremonie jede irritierende Peinlichkeit ab. Was aber auch der finnischen Hymne selbst geschuldet ist, die auf jedes Pathos verzichtet und keinerlei Glorifizierungen beinhaltet, sondern hingebungsvolle Naturlyrik beinhaltet und die Kraft der Liebe beschwört: Das Lied wurde dazu mit dem deutschen Text auf die Leinwand projiziert. Stimmungsvolle Bilder aus Finnland begleiteten den Gesang und weckten wohl in so manchem Betrachter den Wunsch, das Land der 100 000 Seen einmal persönlich kennenzulernen. Mit offenkundigem Stolz informierte der junge Referentüber das Bildungssystem seines Landes: Der Pisa-Ruhm hat wohl auch bei Jugendlichen die Bereitschaft gefördert, sich mit diesen Errungenschaften und der Vorreiterrolle ihres Landes auf sympathische Weise zu identifizieren. Man sollte hoffen, dass dieser Aspekt auch die Diskussionen an den hiesigen Lehranstalten befruchtet: Schade eigentlich, dass wir gerade die großen Ferien haben...




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