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Bethels Geburtshilfliche erhält WHO-Unicef-Auszeichnung „Babyfreundliches Krankenhaus“

„Bindung zwischen Mutter und Kind ist alles“

Bückeburg (rc). Das Krankenhaus Bethel ist „Babyfreundliches Krankenhaus“. Gestern Nachmittag überreichten Weltgesundheitsorganisation WHO und das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen Unicef in Person der Ehrenvorsitzenden der Initiative, Johanna Volkenborn-Gerds, die Verleihungsurkunde an Chefarzt Dr. Momme Arfsten und Stationsleiterin Schwester Heike Reyces-Köpper. Allerdings hing die Verleihurkunde schon auf der Station III, der Geburtshilflichen des Krankenhauses, und musste eiligst herüber ins Palais geholt werden. Bückeburg ist erst die vierte Klinik in Niedersachsen, die 47. in Deutschland und die 500. in den Industriestaaten, die sich mit dieser Auszeichnung schmücken kann. Weltweit gibt es rund 20 000 Kliniken mit diesem Zertifikat.

veröffentlicht am 21.08.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 08.11.2016 um 04:41 Uhr

Schwester Heike (v.li.) und Chefarzt Dr. Momme Arfsten erhalten

Sechs Jahre engagierter und motivierter Arbeit liegen hinter dem Team der Geburtshilflichen, wie mehrere Festredner wie der Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Dietmar Vogt, Pflegedirektorin Susanne Sorban, die Schirmherrin des Projektes, Jessica Blume oder Landesbischof Jürgen Johannesdotter feststellten. Sechs Jahre, in denen das Team daran arbeitete, von der üblichen Routine der Krankenhäuser wegzukommen, hin zu einem Verhalten, dass das Entstehen der Bindung zwischen Mutter und Kind, das sogenannte „Bonding“, in keiner Weise gestört wird. „Das Stillen ist eine natürliche Folge des gelungenen Bondings“, so Volkenborn-Gerds bei der Übergabe. Eine gelungene Mutter-Kind-Bindung sei nicht nur wichtig für die Entwicklung der Gefühle und gut für die Gesundheit, sondern auch gut für die soziale Entwicklung beim Aufwachsen.

„Wir sind sehr erfreut über diese internationale Auszeichnung, mit der das besondere Engagement unserer babyfreundlichen Geburtsstation bei der Betreuung von Mutter und Kind gewürdigt wird“, betonte Dr. med. Momme Arfsten, Chefarzt der Gynäkologie und Geburtshilfe. Die Klinik verwirkliche die Anforderungen der „Zehn Schritte zum erfolgreichen Stillen“ in der täglichen Arbeit. „Wir ermöglichen es den Müttern, unmittelbar nach der Geburt Hautkontakt mit ihrem Baby zu haben, mindestens eine Stunde lang oder bis das Baby das erste Mal gestillt wurde.“ Das Bonding stehe an oberster Stelle, die Abläufe richteten sich nach den Bedürfnissen der jungen Familie und nicht umgekehrt. Zudem hätten Mutter und Kind die Möglichkeit, rund um die Uhr zusammen zu sein. Gerade in den ersten Tagen verstärke dieser ständige Kontakt, das Rooming-in, die Bindung.

80 Prozent der Mütter müssen nach der Geburt das Krankenhaus stillend verlassen. Die Zertifizierung wird regelmäßig überprüft. Dr. Arfsten: „Wir hoffen, dass wir es auch unter dem Dach des geplanten Klinikums erhalten können.“

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