weather-image
19°
×

Hattendorfer Kirche: Mauerwerk des Turmes drückt nach außen / Dachstuhl: Probleme mit Fäule

Bis zum Frühjahr wird gearbeitet - mindestens

Hattendorf (rnk). Das steinerne Giebelkreuz, das seit Jahrhunderten mit einem Stein verklammert ist, "tja, das wäre wohl bald abgefallen", meint Christian Skippe: Das Eisen ist völlig verrostet. Es ist nicht die einzige Überraschung, die der Architekt für Bau und Kunstpflege der Landeskirche Hannover in den letzten Monaten an der Hattendorfer Kirche erlebt hat.

veröffentlicht am 30.09.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:25 Uhr

Eigentlich sollten die Arbeiten längst fertig sein, sollte das Gotteshaus seit Monaten entrüstet und mit einem neuen Dach versehen sein, doch Skibbe hat so viele Mängel festgestellt, dass sich die Arbeiten bis ins nächste Frühjahr hineinziehen werden. Die im Herbst 2005 begonnenen Arbeiten sahen nur die Erneuerung des Daches vor. 200 000 Euro hatte die Landeskirche bereitgestellt, damit das Gotteshaus einen neuen Schutz gegen Wind und Wetter erhalten konnte (wir berichteten). Doch dann kam es knüppeldicke. Erst wurde festgestellt, dass die Anker, die den Turm zusammenhalten, verrostet und korrodiert sind, anschließend kamen Probleme mit dem Mauerwerk hinzu. Starke Ausweitungen des mehrschaligen Mauerwerks hat Skibbe ausgemacht, ein Problem, mit dem er vor zwei Jahren auch bei der Sanierung der beiden Türme der Obernkirchener Stiftskirche zu kämpfen hatte. Einst hatten die Maurer einfach ihren Bauschutt in die Schalen geschmissen, der drückt nun nach unten und weitet das Mauerwerk nach außen. Skibbe will "vernadeln": Kleinere Anker, die von außen nicht zu sehen sein werden, sollen das Mauerwerk am Turm zusammenhalten. Dazu kommen weitere sechs Spannanker mit einer Gesamtlänge von 70 Metern und 380 so genannte Nadelanker, das sind kleinere Anker. Ausgetauscht werden muss auch: "Einige Kubikmeter Mauerwerk" so Skibbe, sind so marode, dass sie nur durch neue Steine ersetzt werden können. Und auch der Dachstuhl bereitet weiterhin Probleme. Ein gutes Viertel, so der Architekt der Landeskirche, muss ausgetauscht werden, Fäule und Holzwürmer haben über die Jahrhunderte ihre Spuren hinterlassen. Das alles kostet nicht nur Zeit, sondern auch viel Geld. Rund 450 000 Euro wird die Sanierung der Kirche unter dem berühmten Strich gekostet haben. Immerhin:Über ein Problem braucht Skibbe nicht mehr nachdenken - den Ersatz für die Dachziegel. Denn auf dem Gotteshaus liegt Solling-Sandstein, der nicht mehr hergestellt wird. Skibbe hatte einst für die Landeskirche noch gut 1000 Quadratmeter eingekauft. Hunderte von Ziegeln rund um die Kirche bezeugen, dass es daran nicht fehlen wird.

Neue Dachziegel gibt es genug - aber erst muss der Dachstuhl erneuert werden. Fotos: rnk



Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Anzeige