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St.-Maria-Katholiken schreiben Brief

Bischof Trelle soll selber kommen und sehen...

Samtgemeinde Rodenberg (nah). Der Hildesheimer Bischof Norbert Trelle hat Post von den Katholiken der Nenndorfer Kirchengemeinde St. Maria vom Heiligen Rosenkranz erhalten. In dem zweiseitigen Schreiben nehmen Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat gemeinsam Stellung zur unsicher gewordenen Zukunft der beiden Filialkirchen in Lauenau und Rodenberg. Harsche Worte werden in dem Brief vermieden: Als "Bitte" sehen die beiden Gremien ihren Wunsch an, die vorgesehene Klassifizierung der betreffenden Gebäude für künftige Unterhaltungskosten zu überdenken.

veröffentlicht am 18.07.2008 um 00:00 Uhr

Etliche Wochen haben sich die hiesigen Christen Zeit für ihre Reaktion gelassen. Dabei sollte dem Vernehmen nach ursprünglich eine schärfere Resolution verabschiedet werden. Doch dann setzten sich offenbar besonnenere Meinungen durch: "Wir wissen", heißt es in dem Brief, "dass Kirchenschließungen äußerst bitter sind und nur einen letzten ohnmächtigen Ausweg darstellen können." Deshalb wolle die hiesige Gemeinde "gemeinsam mit Ihnen aufrichtig einen Weg suchen". So wird die Unterhaltung von St. Markus in Lauenau "aus eigener Kraft" vorgeschlagen. Für den Erhalt des Gotteshauses im Flecken spreche der große Einzugsbereich mit insgesamt 780 Katholiken. Angesichts der bevorstehenden Schließung von St. Katharina in Rehren A.O. sei künftig ein noch größerer Besucherstrom aus dem Auetal zu erwarten als bisher. Zudem hätten sich gerade in den vergangenen Jahren viele junge Familien aus dem Großraum Hannover hier niedergelassen. Für ältere und besonders für heimatvertriebene Mitglieder sei die 1962 errichtete Kirche von hoher persönlicher Bedeutung, weil sie durch diese mit finanziellem und persönlichen Einsatz aufgebaut worden sei. Auch für Mariä Himmelfahrt in Rodenberg sehen die hiesigen Katholiken eine Fehlbeurteilung in der vorgenommenen Klassifizierung. Während für St. Markus die Bistumskasse nicht einmal mehr die Betriebskosten leisten will, ist dies für die Immobilie in der Deisterstadt zwar noch vorgesehen. Doch eine Schließung droht dort bei einer aufwendigen Reparatur. Das aber würde nach Ansicht der Gemeinde die Kinder- und Jugendarbeit stark gefährden: Gotteshaus und Pfarrheim seien "Keimzelle der aufbrechenden und seit einigen Jahren stetig wachsenden ,jungen Kirche' in der Region". Während in Bad Nenndorf ein Schwerpunkt auf der Senioren- und Kurgästebetreuung liege, sei die Filiale in Rodenberg zur Anlaufstelle von jungen Leuten geworden: "Fast täglich ist das Pfarrheim mit Gruppen belegt." Dabei möge auch die Reduzierung öffentlicher Verkehrsmittel im ländlichen Bereich Berücksichtigung finden: Die Mobilität habe bei Kindern und Jugendlichen Grenzen. Mehr Fahrdienste der Eltern stoße an personelle und auch finanzielle Grenzen. Dem Schreiben ist eine Fotodokumentation sowie der Mitschnitt des ZDF-Berichts beigefügt, in dem der Sender kürzlich in seinem Mittagsmagazin die Gemeinde und den Alltag ihres Pfarrers Adalbert Bonk vorgestellt hatte. Damit sollen die Erläuterungen über "die Lebendigkeit unserer Kirchen" illustriert werden. Zugleich haben die Unterzeichner Erwin Biener (Kirchenvorstand) und Reiner Niedenzu (Pfarrgemeinderat) den Bischof zu einem Besuch eingeladen, um ihm "vor Ort noch einmal die tatsächliche Situation erläutern zu können".




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