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Springer Landfrauen erkunden die Hansestadt Einbeck

Blaudruckstoffe und Senf im Handgepäck

Springe. Die malerische Fachwerkstadt Einbeck war ein gefragtes Ziel der Springer Landfrauen. Insgesamt 80 Damen erkundeten die alte Hansestadt unter fachkundiger örtlicher Führung. Nach der völligen Zerstörung 1540 ist das dann aufgebaute historische Stadtbild nahezu unversehrt erhalten geblieben. Das Neue Rathaus ist ebenso zu bewundern wie die ehemalige Villa von August Stukenbrok am Ostertor. Er baute dort eine Fahrradfabrik auf und wurde Chef des 1. Versandhauses in Deutschland. Heute ist in der Villa die Musikschule ansässig. Die Münsterkirche St. Alexandri hat das älteste Chorgestühl Deutschlands. Der Knochenturm, ein ehemaliger Pulverturm, diente später als Beinhaus. Im Gerberviertel besichtigten die Landfrauen die Blaudruckerei Wittram, die seit 1638 durchgängig im Betrieb ist. Gefärbt wurde ausschließlich mit Färberwaid (Isatis tinctoria). Durch die Einfuhr des Naturfarbstoffes Indigo wurde eine bessere Farbqualität ermöglicht. Der Blaudruck arbeitet nach der Methode des Reservedrucks mit Handmodeln aus Birnenholz. Diese wasserresistenten Druckformen wurden in aufwendiger Handarbeit von Formstechern gefertigt. Unter Verwendung eines farbabweisenden Papps wird eine Aussparung des Musters bewirkt. Über 800 historische Blaudruckmuster aus fast allen Stilepochen seit Erfindung des Blaudrucks sind in der Blaudruckerei zu sehen.

veröffentlicht am 23.07.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 14.11.2016 um 16:09 Uhr

Im Anschluss schlenderten die Landfrauen vorbei am berühmten Rathaus mit den drei Türmen in der Marktstraße durch Einbecks Fußgängerzone. Vom Rathausbalkon hat man einen Blick auf den Marktplatz mit dem Till-Eulenspiegel-Brunnen und der Rats-Apotheke und dem Brodhaus (1552), wo die Landfrauen vorzüglich bewirtet wurden. „Das Schärfste am Norden!“, unter diesem Motto stand die Besichtigung der Einbecker Senfmühle. Gesäuberte Senfkörner werden geschrotet und mit Weinessig, Wasser, Salz und Gewürzen zu einer Senfmaische verarbeitet. Eine mehrstufige Kaltvermahlung mit schweren Granitsteinen schließt sich an. Eine mehrwöchige Ruhezeit gibt dem Senf die nötige Reife und Geschmacksverbindung. Nur Rohstoffe aus biologischem Anbau und aus der Region werden hier zu bestem Senf hergestellt. Nach der Verkostung füllten sich die Einkaufstüten der Damen. Ein Besuch im Altstadtcafé rundete ihren interessanten Tagesausflug ab.




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