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Erfolgreiches Sommercamp für Menschen ab 55 Jahren in Polle

Blaue Kreise auf den Straßen von Polle

POLLE. Die Poller Bürger fragten sich, woher die großen blauen Kreise auf dem Pflaster der Straßen und der Bürgersteige kommen und was sie bedeuten.

veröffentlicht am 26.09.2019 um 00:00 Uhr

Die Erklärung war einfach. Ein großes Banner am Zaun der Weserterrasse wies den Weg: Die Blaue Zone weilt in Polle. Und zur Beruhigung der Bürger konnte gesagt werden, dass die blaue Kalkfarbe nach einigen kräftigen Regenschauern verschwunden ist.

Drei Tage dichtes Programm für Menschen ab 55 Jahren. Das Kulturcamp beschäftigte sich mit Themen des Alterns. „Wir möchten Menschen aus Stadt und Land erreichen“, so Dörte Redmann vom Organisationsteam, „und sie einladen, gemeinsam mit Künstlerinnen und Künstlern über ein gutes Leben im Alter zu philosophieren und daran zu arbeiten.“ Hanne Bangert, die ebenfalls zu den Organisatorinnen gehört, wies strahlend über den Platz: „Wir sind begeistert über den Zuspruch.“ Über 60 Menschen verteilten sich in diversen Workshops unter roten Pavillons, schnippelten und kochten unter freiem Himmel, zeichneten an der Weser oder probierten sich aus an selbst gebauten Musikinstrumenten. Auch die dritte im Team, Susanne Müller-Jantsch, äußerte sich begeistert: „Im Workshop zum Thema Wohnen im Alter möchten sich die Leute vernetzen.“

Wer durch Polle ging, wunderte sich über die blauen Kreidekreise auf dem Trottoir. Ulla Nentwig aus Hannover und Clemens Kappen aus Bodenwerder hatten als Künstler-Duo eine Gruppe angeregt, Plätze und Wege mit geschärftem Blick zu sehen und zu fotografieren. Wo die Fotos entstanden sind, wurden die Kreise aufgemalt. „Beim Gang durch das Dorf gab es viele Kontakte und interessante Gespräche“, berichtet Teilnehmerin Fatma.

Direkt an der Weser hatte das Sommercamp blaue Zone in Polle seine Pavillons platziert. FOTO: Heindelinde Kropp/PR

Jeden Morgen setzte Dieter Schmidt, Qigong-Kursleiter aus Golmbach, mit der Fähre über, um für die Beweglichkeit der Camp-Bewohner zu sorgen. Im offenen Atelier inspirierte Karl Rehpfennig dazu, in freier Natur zu zeichnen. Der Künstler arbeitet sonst in seinen Räumen im Schloss Bevern. „Es war wunderbar, dass ich mir Zeit nehmen konnte, kleine und große Details auf Papier zu bringen. Dabei hat mir Karl viel geholfen“, meinte Teilnehmerin Marita.

Unterwegs war ebenfalls die Künstlerin Elisabeth Brügger aus Höxter. Ihre Gruppe sammelte Treibgut und kreierte daraus Installationen. Während der Regenphase entstanden in diesem Workshop Gedichte, die am Lagerfeuer abends vorgetragen wurden.

Die Präsentation der Theatergruppe, angeleitet von Coco Rohwer, überraschte mit einer skurrilen und humorvollen Szenenfolge. Die Musiker und Klangkünstler Erich Tietzel und Holger Kirleis komponierten mit einem Dutzend Teilnehmerinnen lautmalerische Stücke über die Weser. Hölzerne Klangobjekte und ein umgedrehtes Fahrrad dienten als Instrumente. Diese kamen nochmals zum Einsatz bei der Begleitung einer Tanzimprovisation, die von Ilona Nasemann angeleitet wurde.

„Schon beim ersten Kontakt mit der blauen Zone war ich begeistert von der Idee und dass die Initiatorinnen Polle als Standort gewählt hatten“, sagte Ulrike Weißenborn, die Bürgermeisterin von Polle bei der Eröffnungsrede. „Der Flecken Polle und der Heimat- und Kulturverein unterstützen diesen Austausch zwischen Stadt und Land.“

Im Jahr 2017 entstand in Hannover das Projekt „Die Blaue Zone“, getragen von den Kultureinrichtungen Pavillon und Spokusa e.V. „Wir haben 2017 in Hannover die sechste blaue Zone ausgerufen und 2019 in Polle die siebte blaue Zone.

Wer mehr über „Die Blaue Zone“ erfahren oder das nächste Mal dabei sein möchte, kann sich über www.die-blaue-zone.de oder info@die-blaue-zone.de informieren.




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