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"Made in Rinteln": Glashütte O-I produziert originelle Unikate

Blaue Robbe vom Weserstrand

Rinteln (wm). Bundesarbeits- und Sozialminister Franz Müntefering besitzt ein Produkt aus Rinteln, besser noch, ein Produkt, das nur in Rinteln hergestellt werden konnte - nämlich die "Blaue Robbe", den Nordsee-Touristik-Award. Die luxusroyalblau-schillernde Flasche - eine Robbe, die einen Ball balanciert - ist die jüngste Kreation der Rintelner Glashütte O-I (Owens-Illinois) in der Stoevesandtstraße.

veröffentlicht am 02.08.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:26 Uhr

Der Nordsee-Touristik-Award wird seit zwei Jahren vom Tourismusverband "Sieben Inseln und eine Küste" an Personen verliehen, die sich um Kultur, Wirtschaft und Umweltschutz an der Nordseeküste verdient gemacht haben. Diesjähriger Preisträger ist Vizekanzler Franz Müntefering. Dr. Thomas Koy, Direktor bei O-I, hat die "Blaue Robbe" zusammen mit den Managern des Tourismusverbandes entwickelt. Der Verband suchte einen Hersteller, der ein hochwertiges, originelles Symbol produzieren konnte und ist bei O-I in Rinteln fündig geworden. Warum, schilderte der Rintelner Werkleiter Peter Ernst: Nur in Rinteln sei es technisch möglich, praktisch Unikate aus Glas herzustellen, unter anderem auch deshalb, weil - anders als in anderen Glashütten - Glas noch gefärbt werden kann, wenn es die Schmelzwanne bereits verlassen hat. Damit sei die Bestellung des Tourismusverbandes kein Einzelfall. In Rinteln seien beispielsweise schon Blumenvasen in kunstvollem Design für das schwedische Möbelhaus Ikea oder die Eduscho/Tschibo-Gruppe in limitierten Auflagen hergestellt worden. Ein Aquavit-Abfüller lässt in Rinteln spezielle "Jahresflaschen" herstellen - in jedem Jahr anders gestaltet. Ein anderer Markenhersteller für Spirituosen ließ in der Rintelner Glashütte eine Flasche kreieren, die man, wenn sie liegt, alternativ auch als Aschenbecher nutzen kann. Normalerweise liefen an einer Station 20 Formen, erläuterte Ernst, für solche speziellen Aufträge werde die Station dann eben nur mit einer Form bestückt. Letztlich, so Ernst, alles eine Frage des Preises. Eine Weinflasche, produziert in Millionenstückzahl, koste um die 18 Cent, dafür seien so edle Produkte natürlich nicht zu machen. Bei Fachleuten unbestritten sei, dass der gesamte Markt von der Individualität lebt - auch das Verpackungsmaterial Glas. Deshalb habe man sich schon früh auf Kleinserien spezialisiert. Und vor allem, wenn es um die Glasfärbung gehe, habe Rinteln die Nase vorn. Beispiel Jever Dark - die Farbe für diese spezielle Flasche - anthrazit - werde in Rinteln extra angemischt.




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