weather-image
Geophysische Erforschung der Museumsinsel geplant / Gesamter Bereich wird im Oktober gesperrt

Blick unter die Oberfläche

RODENBERG. Dem Rodenberger Heimatmuseum steht die spannendste Untersuchung seiner Geschichte bevor. Mit zwei Messmethoden soll der Untergrund der Museumsinsel erforscht werden. Das Verfahren war im Jahr 2014 auch an der Heisterburg angewandt worden.

veröffentlicht am 29.05.2016 um 19:02 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 10:31 Uhr

270_0900_90_Ro_Seum_2_2805.jpg

Autor:

Guido Scholl

Bernd Zimmermann, Vorsitzender des Fördervereins Schloss Rodenberg, hat gegenüber dieser Zeitung berichtet, wie es zu dem Projekt kam. Kreisarchäologe Jens Berthold hatte vor der Sanierung des Treppenturms den Untergrund an dem Bauwerk untersucht. Bei seinen Sondierungen stieß er auf alte Fundamentreste, die er anhand von Aufzeichnungen nicht zuordnen konnte.

Berthold vermutete daher, dass die Funde zu einem bislang unbekannten Gebäude des einstigen Schloss-Komplexes gehören. Da die Untersuchung im zeitlichen Kontext mit den geophysischen Forschungen an der Heisterburg stand, kamen die Experten auf die Idee, auch am Schloss Rodenberg mit Georadar und Geomagnetik vorzugehen.

Dafür wird im Oktober die gesamte Museumsinsel abgesperrt. Alle metallischen Dinge wie Kanone und Fahnenmasten werden entfernt, um die Messungen nicht zu beeinträchtigen. Im Untergrund hoffen die Forscher, Gebäudereste und andere Gegenstände aufspüren zu können. Ein Ziel ist für Zimmermann, den Standort des einstigen Brunnens zu lokalisieren.

Eine so gründliche Untersuchung des Geländes hat es bislang nicht gegeben. Am Burgwall war vor Jahren lediglich per Georadar nach den Resten von Wehrtürmen gefahndet worden. Die jetzigen Arbeiten dürften exaktere Ergebnisse liefern. Die Finanzierung des gut 5000 Euro teuren Projektes steht: Förderverein, Stadt, Landkreis und Schaumburger Landschaft schmeißen zusammen.

Auch im Museum wird sich etwas tun: Die Julius-Rodenberg-Sammlung soll auf die Empore wandern, die Bände der Deutschen Rundschau bekommen zudem ein hochwertigeres Regal. An der Mühle sollen zudem hochwertigere Tafeln aufgestellt werden, deren Texte von einem Profi formuliert wurden.




Weiterführende Artikel
    Kommentare