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Beim monatlichen Stammtisch in Bückeburg wird über Verbesserungen diskutiert

Blinde kämpfen für Barrierefreiheit

Bückeburg (wk). Einmal im Monat treffen sich die Mitglieder der Bezirksgruppe Schaumburg des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Niedersachsen, um sich untereinander auszutauschen. Daneben gibt es bei diesen Veranstaltungen auch regelmäßig Informationen darüber, wie die Betroffenen die mit ihren körperlichen Einschränkungen verbundenen Alltagsprobleme besser meistern können. Rund 50 Mitglieder zählt die Bezirksgruppe, wobei deren Durchschnittsalter nach Auskunft von Günter Knoff, dem Vorstand der Schaumburger Gruppe, bei ungefähr 68 Jahren liegt. „Jeder 50-Jährige ist hier ein Jungspund“, flachst der Stadthäger angesichts dieser Tatsache.

veröffentlicht am 04.08.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 08.11.2016 um 07:41 Uhr

Die Ursachen, warum die einzelnen Vereinsmitglieder erblindet sind beziehungsweise unter einer Sehbehinderung leiden, sind vielfältig, erklärt Knoff. In erster Linie seien es Krankheiten wie etwa eine Makuladegeneration und Diabetes sowie Unfälle gewesen, die die Probleme ausgelöst haben. Er selbst habe sein Augenlicht im Verlauf von 30 Jahren aufgrund eines Glaukoms verloren.

Trotz ihrer Einschränkungen: Trübsal blasen die Mitglieder der Bezirksgruppe bei ihrem allmonatlichen Treffen nicht. Da wird erzählt, gescherzt und diskutiert. Letzteres beispielsweise auch über Ärgernisse im Alltag, die einer Abhilfe bedürfen – und dafür kämpfen sie dann auch. An erreichten Erfolgen kann der Bückeburger Werner Lange, der bis zum Frühjahr das Amt des Gruppenvorstands inne gehabt hatte, gleich eine ganze Reihe aufzählen: So seien auf Drängen der Bezirksgruppe unter anderem auf dem Bahnhofsvorplatz in Bückeburg mit dem weißen Langstock tastbare Rillensteine verlegt worden, damit Blinde die Busbahnsteige leichter finden können, in der Dammstraße Stolperstellen wegen unebener Bodenplatten beseitigt und die Überwege am Kreisverkehr in der Scheier Straße durch ebenfalls mit dem Stock tastbare Pflastersteine markiert worden. Problemstellen, die die Stadt noch lösen müsse, gebe es jedoch noch viele, meint Lange. „Aber das Geld, um alles zu machen, ist nicht da“.

Bleiben aber noch die kleinen Alltagsschwierigkeiten, die die Blinden und Sehbehinderten für sich selbst beseitigen können – wenn man denn weiß, wie. Informationen hierzu können die Mitglieder nicht zuletzt auch bei den Treffen der Bezirksgruppe erhalten, sagt Knoff. Beispielsweise würden Haushaltsgeräte wie etwa eine Waage mit Sprachansage die Arbeiten in der Küche sehr vereinfachen, während die auf tastbaren Punkten basierende Braille-Schrift die Kommunikation erleichtert.

Die Termine: Die Treffen finden jeweils am dritten Montag eines Monats um 17 Uhr statt – an sogenannten „geraden“ Monaten (wie etwa dem August) im Stadthäger „Bistro Italo“ und an „ungeraden“ Monaten in der Gaststätte Fenkner in Bückeburg.

Weitere Informationen gibt es beim Vorsitzenden Günter Knoff unter der Telefonnummer (05 7 21) 98 58 365 oder unter der e-Mail-Adresse „guenterKnoff @web.de“.

Vor ihrem Vereinslokal Fenkner in Bückeburg zeigen Günter Knoff (li.) und Werner Lange den Einsatz ihrer Langstöcke. Foto: wk




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