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PAVK - ein neues Angebot der Behinderten-Sportgemeinschaft / Bundesweit eine Million Menschen betroffen

Blutversorgung der Arme und Beine gezielt verbessern

Bückeburg (bus). PAVK lautet die Abkürzung für die jüngste Abteilung der Behinderten-Sportgemeinschaft Bückeburg (BSG). Die vier Buchstaben kürzen den Begriff "periphere arterielle Verschlusskrankheit" ab, was dem Volksmund als "Schaufensterkrankheit" oder - etwas drastischer - als "Raucherbein" geläufig ist. "In Deutschland leiden etwa eine Million Menschen unter dieser Gefäßkrankheit", weiß Regina Tebbe, die die Abteilung leitet.

veröffentlicht am 04.08.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:22 Uhr

"Wir haben das Angebot wegen der großen Nachfrage Mitte Juni dieses Jahres in unser Programm aufgenommen", erläutert BSG-Vorsitzender Friedrich Aldag. Bislang hätten Patienten bis nach Hannover fahren müssen, um eine vergleichbare Offerte zu finden. PAVK bezeichnet einer Erkrankung, bei der die Blutversorgung der Beine oder Arme gestört ist. Ursache ist meist eine Verengung der Arterien. Da die Arteriosklerose (krankhafte Veränderung der Arterien mit Verhärtung, Verdickung und Elastizitätsverlust) den ganzen Menschen betrifft, sind häufig auch die Herzkranzgefäße (Gefahr des Herzinfarkts) und die Halsschlagadern (Gefahrdes Schlaganfalls) in Mitleidenschaft gezogen. Ähnlich wie bei Herzinfarkt und Schlaganfall kann es auch zu einem plötzlichen Verschluss einer Arm- oder Beinarterie kommen. Typische Symptome sind plötzlicher Schmerz, Blässe, Pulslosigkeit, Schwäche, Gefühllosigkeit, Erschöpfung. Der Verlauf der PAVK ist individuell sehr unterschiedlich. Viel hängt davon ab, ob es gelingt, die Arteriosklerose zu stoppen. Der Schlüssel zum dauerhaften Erfolg liegt nach Auskunft von Tebbe in der konsequenten Bekämpfung der Risikofaktoren (Rauchen, Bluthochdruck, hohe Blutfette, Diabetes, Übergewicht). Im frühen Stadium bilden die BSG-Angebote - Gehtraining und eine spezielle Gymnastik - die Grundlage der Behandlung. Zielsetzung ist die Verringerung der Beschwerden und die Verlängerung der Gehstrecke. Das Zurücklegen weiter Fußstrecken bereitet den Betroffenen nämlich mitunter erhebliche Schmerzen. Gerade die Bewegung zuüben, die doch Qualen hervorruft, mag auf den ersten Blick widersprüchlich erscheinen. Experten zufolge hat es sich indes erwiesen, dass regelmäßiges Training sehr wirksam ist. Es kann, heißt es in einer Veröffentlichung der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie, zur Bildung neuer Blutgefäße führen, die einen verstopften Gefäßabschnitt umgehen und die Muskulatur wieder mit Sauerstoff versorgen. Die PAVK-Gruppe der Behinderten-Sportgemeinschaft trifft sich montags von 17.30 bis 18.30 Uhr am BSG-Sportheim (Schwenstraße 8).




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