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Nabu bearbeitet Steinbruch Liekwegen mit schwerem Gerät / Förderung der Artenvielfalt

Boden kaputt gefahren - für den Naturschutz

Landkreis (mj). Vor drei Jahren hat der Landkreis Schaumburg die Flächen des Steinbruchs Liekwegen, der von der Firma Wesling betrieben wird, der Klosterkammer Hannover mit Kofinanzierung der EU abgekauft. Der Grund dafür war, dass auf dem 22 Hektar großen Areal eine Vielzahl vom Aussterben bedrohter Tier- und Pflanzenarten lebt. Fast jedes Jahr unternehmen der Artenschutzreferent Dr. Holger Buschmann und das Vorstandsmitglied Bruno Scheel des Nabu-Kreisverbandes Naturschutzmaßnahmen, um diese Artenvielfalt zu erhalten.

veröffentlicht am 15.12.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:19 Uhr

So wissen die beiden Naturschützer, dass der Steinbruch nicht zuwachsen darf, weil sonst ein Großteil der Arten keinen geeigneten Lebensraum mehr vorfindet. Deswegen wurde der Steinbruch vor ein paar Wochen in Teilbereichen wörtlich "auf den Kopf" gestellt, wo fast kein Stein auf dem anderen blieb. Sie ließen den Boden mitschwerem Gerät "kaputt" fahren. So bilden sich in den Wagenspuren kleine Gewässer. Da manche Tiere Kleinstgewässer brauchen, in denen noch keine Pflanzen und Fressfeinde vorhanden sind, ist dies besonders wichtig. Dazu wurden kleinere Baumbestände entfernt, weil sie drohten, die freien Steinbruchsflächen zuzuwachsen. Auf diesen neu gewonnenen Flächen wurden gleich neue Gewässer angelegt. Viele Spaziergänger werden sich wahrscheinlich über das "wilde Aussehen" wundern, aber nur so hat man Erfolg, die Artenvielfalt zu erhalten. Es ist auch toll zu beobachten, wie schnell sich die Natur solche Flächen zurückerobert. Der kleinräumige Wechsel von offenen, pflanzenreicheren und verbuschten Bereichen mit Gewässern verschiedenster Größe und unterschiedlichstem Alter bietet vielen Arten erst alle Teillebensräume, die sie benötigen. Dies betrifft vor allem Vögel, Amphibien, Eidechsen, Heuschrecken und Libellen sowie speziell an dynamische und offene Lebensräume angepasste Pflanzenarten. Bei der Aktion schauten auch Martina Voigt, Leiterin der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises, und Horst Heumann, Geschäftsführer der Firma Wesling, vorbei, um zu sehen, wie sich die Arbeiten im Steinbruch entwickeln. Die Firma Wesling stellte die Maschinen zur Verfügung, was auch die positive Zusammenarbeit zwischen Nabu, Firma Wesling und Landkreis deutlich macht. In den auf solche Pflegemaßnahmen, die selbstverständlich wiederholt werden müssen, folgenden Jahren werden die Ausbreitung und Entwicklung der Tier- und Pflanzenarten vom Nabu dokumentiert. Die Firma Wesling hat nun noch kleinere Halden Recyclingmaterial gelagert, welches in den kommenden Monaten bei Bedarf abgefahren wird. Das werden die letzten Maßnahmen der Firma vor der offiziellen Schließung des Steinbruchs sein.




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