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„8. Schaumburger Börsenfieber“: Tippen Sie den Dax-Stand am 9. November / Heute gibt es Informationen von Jörg Naguschewski

Börsenampeln stehen kurzfristig weiter auf „Grün“

Landkreis. Das „8. Schaumburger Börsenfieber“ läuft seit drei Wochen, und damit kommen auch wieder die Expertentipps unserer Zeitung zum Zuge. Hinweise auf die Wirtschaftsentwicklung und eine kurze Analyse dazu gibt es heute von Jörg Naguschewski vom Vermögensanlagezentrum in Bad Nenndorf.

veröffentlicht am 23.10.2010 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 14:42 Uhr

„Die weltweiten Aktienmärkte befinden sich weiter im Aufwärtstrend. Der DAX erreichte mit Ständen oberhalb der Marke von 6600 Punkten ein Zweijahreshoch, der EuroStoxx 50 müsste dafür zunächst die Hürde von 3000 Punkten überwinden“, sagt Naguschwewski. Der Dow-Jones habe am Donnerstag ein neues Fünfmonatshoch markiert und nur noch unwesentlich von seinem im April erzielten Jahreshöchststand entfernt gelegen.

„Die unerwartete Leitzinsanhebung in China, die vermeintlich enttäuschend ausgefallenen Ergebnisausweise einiger wichtiger US-Technologieunternehmen – unter anderem IBM, Apple und General Electric – sowie nicht zuletzt der sich intensivierende ‚Hypothekenstreit‘ zwischen den größten US-Finanz-Instituten und Anlegergruppen streute zwischenzeitlich etwas Sand in Getriebe und wurde für kurzfristige Gewinnmitnahmen genutzt“, berichtet Naguschewski. Wahrscheinlich hätten die Märkte nach den sehr starken Kursanstiegen einfach nur nach einer „Entschuldigung“ gesucht, denn all die genannten Nachrichten hätten sich bei näherer Betrachtung kaum als nachhaltige Belastungsfaktoren entpuppt.

„Die Aussicht auf eine neue Runde geldpolitischer Lockerungen durch die US-Notenbank, mehrheitlich positive Zwischenberichte der Unternehmen und die Anhebung der Wachstumsprognosen für Deutschland sorgten für eine anhaltend gute Stimmung bei den Anlegern.“

Ein weiterer Treibsatz für die Aktienbörsen seien gute Daten aus China gewesen: „Die Währungsreserven des Landes sind im September auf den Rekordwert von 2650 Milliarden US-Dollar gestiegen, während der Außenhandelsüberschuss um 25 Prozent geklettert ist“, so Naguschewski. „Zwar ging das Wirtschaftswachstum in dem Schwellenland im dritten Quartal auf 9,6 Prozent zurück, lag damit aber höher als von Volkswirten gedacht.“ Das habe Optimismus geschürt, dass China die Weltwirtschaft weiter beflügeln werde.

Kurzfristig stünden die Börsenampeln nach dem charttechnischen Ausbruch aus der seit Wochen bestehenden Handelsspanne weiter auf „Grün“. „Etliche Experten setzen darauf, dass die Rallye am Aktienmarkt im saisonal üblicherweise starken vierten Quartal weitergeht. Die neuen Jahreshöchststände dürften bislang zurückhaltende Investoren ermutigen, in den Aktienmarkt einzusteigen“, glaubt Naguschweski. Zudem sei noch viel Liquidität vorhanden, die aufgrund der niedrigen Zinsen nach Anlagealternativen, zum Beispiel in Form von Aktien, suche.

„Angesichts der zahlreichen Risiken – ungewisse globale Konjunkturaussichten, ungelöste Verschuldungskrise, zunehmende Währungsstreitigkeiten, angestiegene Rohstoffpreise – kann die Stimmung aber auch schnell kippen. Zudem dürfte die Verlockung, die innerhalb von nicht einmal zwei Monaten aufgelaufenen Kursgewinne von mehr als 10 Prozent zu realisieren, zuletzt größer geworden zu sein.“ Auslöser könnten Enttäuschungen in Rahmen der in Europa noch recht jungen Berichtssaison der Unternehmen sein. „Die Erwartungen, die die Firmen erfüllen müssen, sind bereits ziemlich anspruchsvoll, und vor allem bei den Ausblicken wird sich das abzusehende Nachlassen des weltweiten Wirtschaftswachstums niederschlagen. Durch die Kursanstiege der vergangenen Wochen hat sich daher ein erhebliches Rückschlagspotenzial aufgebaut.“




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