weather-image
12°
×

Einbrecher zünden Wohnboot an - und machen es los / Wasserschutzpolizei sucht Zeugen

Brennendes "Geisterschiff" treibt auf der Weser

Hameln/Wehrbergen (ube). Einbrecher haben gestern früh ein Arbeits- und Wohnschiff des Wasser- und Schifffahrtsamtes Hameln aufgebrochen. Die Täter legten Feuer und machten das Stahlboot, das in der ehemaligen Schleusenausfahrt an der Inselstraße in Hameln lag, los. Brennend, führerlos - und zunächst unbemerkt - trieb das so genannte Bauhüttenschiff fünf Kilometer weit. Es blieb an einer Buhne bei Wehrbergen hängen.

veröffentlicht am 08.12.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:19 Uhr

Um 5.20 Uhr entdeckte Berufsfeuerwehrmann Wolfgang Hartung von der gegenüberliegenden Weserseite aus den glutroten Feuerschein. Via Notruf meldete er seine Beobachtung sofort seinem Kollegen Andreas Breitkopf, der in der Nachrichtenzentrale der Feuerwache seinen Dienst versah. Unklar war, was in Flammen stand. Der Brandmeister schickte umgehend den Löschzug der Wachbereitschaft nach Wehrbergen, löste zusätzlich Sirene und Pieper der Freiwilligen aus. Die Ortskenntnis der Ehrenamtlichen erwies sich als von unschätzbarem Wert. "Es gibt nämlich keinen direkten Weg zum Brandort", erklärte Vize-Wachabteilungsleiter Andreas Kracht. "Aber die Einheimischen wussten, wo's langgeht." Über einen Bauernhof und eine Kuhweide erreichten die 30 Helfer das brennende Schiff, dessen Stahlaufbau bereits an einigen Stellen glühte. "In dem Schiff wird es 800 bis 1000 Grad Celsius heiß gewesen sein", schätzt Brandoberamtsrat Andreas Zerbe. Deshalb mussten die Kräfte zunächst von außen löschen und das Metall kühlen. Erst dann konnte das Feuer auch von innen bekämpft werden. Da das Wohnschiff einen Schornstein hat, nahm die Einsatzleitung an, dass es mit einem Ofen beheizt wird - weit gefehlt: Als Feuerwehrmänner eine Tür am Heck aufbrachen, fanden sie eine Propangas-Flasche, die wegen der extremen Hitze bereits abgeblasen hatte. Gut, dass sie nicht explodiert ist. Eine Tür und zwei mit Metallplatten gesicherte Fenster am Bug standen offen, als die Feuerwehr das Schiff betrat. Bislang steht fest: "Es waren Einbrecher an Bord. Möglicherweise haben die Täter aus Frust Feuer gelegt, weil sie keine Beute machen konnten", sagte Polizeihauptkommissar Lothar Moniac, Leiter der Wasserschutzpolizei (WSP) Hameln. Zuvor hatten WSP-Beamte gemeinsam mit Brandursachen-Ermittlern des Zentralen Kriminaldienstes in dem völlig ausgebrannten Arbeits- und Wohnschiff nach Spuren gesucht. Die Täter müssen zwischen 1.30 und 3.30 Uhr in der Nacht zu gestern in dem Boot gewesen sein. Die Polizei sucht Zeugen. Wer verdächtige Beobachtungen gemacht hat, wird gebeten, sich mit den Ermittlern, (05151) 933-131 oder 933-141, in Verbindung zu setzen.




Anzeige
Anzeige