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Eindrucksvolle Schumann-Reverenz mit Jessica Blume und Frank Suchland im Staatsarchiv

Briefe einer großen Liebe mit Musik lebendig gemacht

Bückeburg (dis). Gleich drei Mal hat der Kulturverein in Zusammenarbeit mit der Stadtbücherei Robert Schumanns Schaffen anlässlich dessen 200. Geburtstages in den vergangenen Tagen gewürdigt. Den Höhepunkt dieser Reihe konnten viele Zuhörer am Sonntag im Staatsarchiv erleben.

veröffentlicht am 09.11.2010 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 15:41 Uhr

Wenn dem Jubilar gehuldigt wird, dann soll das Finale eine Komposition aus Wort und Ton sein, dachten sich die Veranstalter offenbar und luden deshalb zum Thema „Geliebte Clara“ die wortgewandten Künstler Jessica Blume und Frank Suchland ein. So etwas kann schnell angestrengt und volkspädagogisch wirken. Doch was die beiden Protagonisten aus dem Briefwechsel von Clara und Robert Schumann mit kluger Gefühlsdosis vortrugen, bildete einen spannungsstarken Kontrapunkt zur pointiert zugreifenden Art, mit der die vielseitige Pianistin Almut Preuß-Niemeyer und der wendige Cellist Prof. Tilmann Wick unter anderem drei Fantasiestücke, drei Romanzen aus op. 94 und die Nummer 5 und 2 aus den „Stücken im Volkston“ intonierten und solistisch beglückten. Beide zeigten viel Einfühlung in die musikalische Vorstellungswelt Schumanns.

Bei ihrer szenischen Lesung aus der Korrespondenz zwischen Schumann und der neun Jahre jüngeren Clara vermittelten die Protagonisten dichte Einblicke in die Stimmungsschwankungen des schwierigen, mit einer Doppelnatur ausgestatteten Genies Schumann und der neun Jahre jüngeren Clara. Diese galt übrigens bereits in jungen Jahren als musikalischer Star. Dreh- und Angelpunkt war während der zwei Stunden immer der strenge Vater Wieck, denn dieser wehrte sich vehement gegen eine Verbindung mit solch einem „labilen“ Mann wie Schumann, der noch nicht mal als Ernährer seiner Tochter antreten konnte.

Empfindsam, aber nicht euphorisch, mal suchend, mal selbstbewusst, mal einsam, mal zweisam offerierten Blume und ihr Partner die Gefühlssinfonien und rissen ihr Publikum mit. Im ersten Teil hatte Suchland Abschnitte aus Peter Härtlings Werk „Schumanns Schatten“ in Szene gesetzt.

Dabei schaffte er es, den dramatischen Inhalt des Textes transparent und somit verständlich zu machen. Herzlicher, lang anhaltender Applaus belohnte die Mitwirkenden dieser rundum zufriedenstellenden Veranstaltung.




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