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Rassegeflügelzüchter hat am Wochenende gute Chancen / Wyandotten haben 12 000 Konkurrenten hinter sich gelassen

Bringt Dieter Meier aus Leipzig den Europameistertitel mit?

Obernkirchen (sig). Ein Raum reicht gar nicht aus für alle Auszeichnungen, Pokale, Bänder und andere Trophäen, die Dieter Meier gesammelt hat. Dazu gehören fünfzehn deutsche Meistertitel und ungezählte Erfolge bei regionalen und nationalen Ausstellungen. Meier ist der herausragende Schaumburger Züchter von Rassegeflügel und versucht nun am kommenden Wochenende, auch bei den Europameisterschaften in Leipzig ganz vorne zu landen.

veröffentlicht am 05.12.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:20 Uhr

"Siegerbänder habe ich in einer so großen Menge, dass ich sie in Kartons aufbewahren muss", verrät der Pensionär. Mit dem Züchten von Hühnern hat er bereits als Zehnjähriger begonnen. Die Liebe für das Federvieh ist von seinem Vater vererbt: Der hielt sich Hühner, allerdings ohne die Absicht, damit Ausstellungen zu besuchen. Als Dieter Meier mit seinen Zwergwyandotten und den "Großen Wyandotten" , beide Rassen in Schwarz-Gold, seine ersten Erfolge auf heimischer Ebene einheimste, da packte ihn der Ehrgeiz. Er wollte weiter nach oben kommen und wurde bei der Zucht immer professioneller. Tag für Tag verbringt er viele Stunden im Stall. Reinlichkeit ist eines seiner obersten Gebote. Aber da gibt es noch viele andere Kriterien, die ihm zu seinen Erfolgen verhelfen. Er kennt jedes seiner 100 Hühner, kennzeichnet jedes Ei und jedes seiner 400 Küken. Zielgerecht bemüht er sich, Aussehen und Wuchs seiner Rassehühner zu verbessern. "Sie sind in Form und Farbe schöner geworden, aber durch die Inzucht sind sie natürlich auch gegen Krankheiten anfälliger", räumt der inzwischen 66-jährige Obernkirchener ein. Die Gesundheit seines Federviehs lässt er laufend kontrollieren. Erst jetzt kam gerade wieder der Tierarzt vorbei, denn für den Start bei den ersten Europameisterschaften muss Dieter Meier ein tierärztliches Zeugnis vorlegen. So geht man sicher, dass bei den Ausstellungen keine Ansteckungen zu befürchten sind. Im vergangenen Jahr fielen die gesamten Deutschen Meisterschaften wegen der Geflügelgrippe aus. 2006 gab es keine Hindernisse, und so konnte der Bergstädter in Hannover mit seinen "Großen Wyandotten" 12 000 Konkurrenten hinter sich lassen. Und auch seine wesentlich kleineren Zwergwyandotten holten sich in Münster den Meistertitel, um den sich die Züchter von 10 000 gleichrassigen Exemplaren bemüht hatten. Von dem Obernkirchen Geflügelzuchtverein waren in diesem Jahr noch zwei weitere Mitglieder erfolgreich. Willi Crede aus Rolfshagen wurde mit seinen Zwerg-Welsumern ebenfalls Deutscher Meister, und Andreas Seifert aus Rehren landete mit seinen gestreiften "Italienern" und den tschechischen Gänsen auch jeweils auf dem ersten Platz. Welches Futter bekommt denn das Federvieh von Dieter Meier? Darum macht er keine Geheimnisse: Es gibt normales Mischfutter, kurz vor der Ausstellung hält er einige zusätzliche Leckereien bereit. Zum Beispiel Garnelen, Bierhefe und Sojaschrot. Zu diesem Zeitpunkt steht natürlich besonders viel Arbeit an. "Da müssen alle Schuppen an den Beinen gesäubert sowie das Gefieder gepflegt werden", berichtet Dieter Meier. Der Hahnenkamm wird sogar eingeölt, damit er schön glänzt, wenn die Prüfer ihre Punkte vergeben. Bei den Europameisterschaften vom 8. bis 10. Dezember in Leipzig ist die Konkurrenz noch größer. Insgesamt werden 50 000 Tiere ausgestellt. Dazu gehören auch Vögel, Kaninchen und Meerschweinchen. Die Chancen, dass Dieter Meier nicht mit leeren Händen zurückkommt, stehen gut. Das wäre dann sein bisher größter Erfolg.




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