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18-Jährige über Erfahrungen mit Freiwilligem Sozialem Jahr

„Bringt mir unheimlich viel“

BÜCKEBURG. „Dienstpflicht oder Freiwilliges soziales Jahr?“ ist der Titel einer Veranstaltung gewesen, zu der das „Schaumburger Forum“ in die Begegnungsstätte eingeladen hatte. Während der Zusammenkunft wurden die zahlreichen Aspekte der Fragestellung mit großer Detailfreude erörtert, am interessantesten waren die Schilderungen einer jungen Besucherin, die ein Freiwilliges soziales Jahr (FSJ) in einer Kirchengemeinde absolviert.

veröffentlicht am 08.11.2018 um 12:47 Uhr
aktualisiert am 08.11.2018 um 18:50 Uhr

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Autor

Herbert Busch Reporter
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BÜCKEBURG. „Dienstpflicht oder Freiwilliges soziales Jahr?“ ist der Titel einer Veranstaltung gewesen, zu der das „Schaumburger Forum“ in die Begegnungsstätte Herderstraße eingeladen hatte. Während der Zusammenkunft wurden die zahlreichen Aspekte der Fragestellung mit großer Detailfreude erörtert, am interessantesten waren unterdessen die Schilderungen einer jungen Besucherin, die derzeit ein Freiwilliges soziales Jahr (FSJ) in einer Kirchengemeinde absolviert.

Das Schaumburger Forum versteht sich als überparteiliche Gruppe Schaumburger Bürger, die aktuelle gesellschaftliche, kulturelle und politische Themen aufgreifen wollen. In Betracht kommen beispielsweise soziale Gerechtigkeit, internationale Friedenssicherung, innerer Frieden, Umweltschutz, Bildung und Ausbildung sowie Asylrecht und Fluchtursachen-Bekämpfung. Zu den Mitliedern zählen unter anderem Edeltraut Müller, Friedrich Winkelhake, Richard Wilmers, Hans-Jürgen Müller

Winkelhake stellte dem Abend das Zitat des früheren US-amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy „Frage nicht, was dein Land für dich tun kann, sondern was du für dein Land tun kannst“ voran. In der Folge zeigte sich, dass die Thematik mit etlichen Ungewissheiten einhergeht. „Besteht nicht die Gefahr, dass wieder nur eine Verwertung als billige Hilfskräfte oder als Lückenfüller für fehlendes Personal dabei herauskommt?“, gaben Wilmers und Hans-Jürgen Müller unisono zu bedenken.

Das verneinten zwei von Winkelhake in Briefen zitierte FSJ-ler. Ein „Jan“, der ein „Freiwilliges ökologisches Jahr“ in der Lüneburger Heide durchlief, schilderte, dass er auf diesem für ihn interessanten Weg seinen zukünftigen Beruf gefunden habe. Eine im kulturellen Bereich engagierte „Imke“ ließ wissen, viele positive Erfahrungen gesammelt zu haben und selbstbewusster geworden zu sein.

„Ich habe total viel Spaß und liebe die Vielfältigkeit meiner Beschäftigung“, gab die persönlich anwesende Laura Schwier zu verstehen. Die 18-Jährige kümmert sich im Anschluss an ihr Abitur in der Kirchengemeinde Meerbeck unter anderem um die Betreuung von Kindern, Flüchtlingen und Senioren. „Es bringt mir unheimlich viel und ich bin froh, dass ich diese Möglichkeit ergriffen habe.“

Die junge Frau vertrat die Auffassung, dass das FSJ „viel mehr ausgebaut“ werden solle. Wobei sie nicht zuletzt die Regierungen in der Pflicht sah. In diesem Zusammenhang monierte Schwier, dass sie in der Schule keinerlei Informationen über das Soziale Jahr erhalten habe. Zudem beanstandete sie ebenso wie die von Winkelhake Zitierten die den Beschäftigern entstehenden hohen Kosten.

Ein FSJ-ler schlägt derzeit mit rund 10 000 Euro pro Jahr zu Buche. Im Fall von Laura Schwier kam der größte Teil des Geldes über eine Crowd-funding-Aktion zusammen. Etwa die Hälfte der Summe wird ihren Ausführungen zufolge für Versicherungszahlungen benötigt. Sie selbst erhält 340 Euro im Monat, was einem Stundenlohn von 2,30 Euro entspricht.

Bleibt anzumerken, dass die Erwartungen des Forums hinsichtlich der Beteiligung interessierter Jugendlicher nicht erfüllt wurden.




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