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VfR Evesen gewinnt hitziges Duell mit 4:3 und kippt Tabellenführer Iraklis Hellas

Brisant – aber verdient

veröffentlicht am 19.11.2017 um 20:18 Uhr

Caglayan Tunc (Zweiter von rechts) scheitert an der vielbeinigen Abwehr des SV Iraklis Hellas Hannover. Foto: uk
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Uwe Kläfker Redakteur Sport zur Autorenseite

HANNOVER. Der VfR Evesen hat beim SV Iraklis Hellas den Fußball-Olymp bestiegen und durch einen 4:3-Erfolg im Spitzenspiel der Bezirksliga Staffel 2 den Tabellenführer gekippt – und sich selbst eine hervorragende Ausgangsposition im Titelkampf gesichert.

Bereits beim Auftritt des griechischen Klubs in Obernkirchen wurden von beiden Lagern alles andere als Höflichkeiten ausgetauscht. Auch diesmal ging es hoch her, es wurde mitunter brisant – weil gestichelt und provoziert wurde. Die Sportanlage in Hainholz war dabei fest in Schaumburger Hand. Kurz vor der Begegnung war in Hannover ein Regenguss mit Hagel niedergegangen, das Spiel wurde dennoch angepfiffen. „Beide Mannschaften haben trotz der Platzverhältnisse versucht, Fußball zu spielen“, meinte VfR-Spartenleiter Jürgen Bolte. So entwickelte sich trotz der widrigen Bedingungen eine hochklassige Partie mit einem dramatischen Spielfilm.

Der VfR dominierte die Startphase, wirkte zielstrebiger, aber nicht zwingend genug. Ein Schuss von Jannis Städter blockte die Iraklis-Abwehr ab. Aber der Gastgeber wurde stärker, ein Kopfball von Torjäger Nikolaos Zervas streifte die Latte des VfR-Gehäuses. Eine Hereingabe von Umut Yildirim verpasste Stavros Paraskevopulos nur knapp. Dann wieder der VfR: Caglayan Tunc ließ seinen Gegenspieler an der Torauslinie stehen, kurvte nach innen – verpasste das Tor aber knapp (26). Den ersten Treffer erzielte nach etwa einer halben Stunde Spielzeit Evangelos Papefthmiou, der nach einem Ballgewinn im Mittelfeld über die linke Seite auf das VfR-Gehäuse zusteuerte, nicht gestellt wurde und aus 25 Metern abzog. Wie an der Schnur gezogen schlug der Ball zum 1:0 für Hellas ein. Aber der VfR hatte die passende Antwort noch vor dem Seitenwechsel. Nach einem abgewehrten Eckball von Burak Buruk versenkte Paskal Fichtner den Abpraller. Nun wurde es hektisch, Schaumburger Fans zündeten Bengalos an. Der beste Mann auf dem Platz war übrigens Schiedsrichter Ali Kaya, der beruhigend einwirkte, jederzeit den Überblick behielt.

Mit dem Seitenwechsel setzte erneut starker Regen ein, der die Gemüter der Hitzköpfe in beiden Lagern zunehmend abkühlte. Das Spiel nahm aber Fahrt auf: Nach einer Flanke von Burak Buruk sprang Yasin Korkmazyigit am höchsten und verwandelte per Kopf zum 2:1 für die Gäste (50.). Hellas war noch in Trauer, da erhöhte Tunc nach einem schönen Pass von Ibrahim Khodr auf 3:1.

Die Gastgeber gaben sich im Stil einer Klassemannschaft nicht geschlagen: Nach einer Flanke von der rechten Seite stand Zervas richtig – 2:3 (72.). Und wenige Minuten später half der VfR mit: Marco Menze wollte per Kopf „blind“ zu seinem Keeper spielen, der war aber nicht wie vermutet postiert – Papefthmiou schob die unfreiwillige Vorlage ins leere VfR-Tor (75.). Aber die Gäste hatten noch einen Pfeil im Köcher: Fichtner drang über die linke Seite in den Strafraum ein und versenkte den Ball flach im langen Eck (88.). „Ich denke, es war brisant, aber ein verdienter Sieg“, meinte VfR-Coach Steffen Mitschker.

VfR: Willers, Menze (80. Durmus), Stolte, Korkmazyigit, Yesil (75. Lesemann), Akkus (85. J. Khodr), I. Khodr, Städter, Buruk, Fichtner, Tunc.

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