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„Teufelsbrücke“ nach Erdrutsch gesperrt / Lokal öffnet heute wieder / Anbau beschädigt

Bröckelnder Hang bedroht Waldgasthaus

Rodenberg (nah). Brüchiges Gestein hat am Donnerstag einen Anbau und dessen Dach der Ausflugsgaststätte „Teufelsbrücke“ im Deister bei Rodenberg beschädigt. Daraufhin wurde das Lokal geräumt und am gestrigen Freitag der Betrieb durch den Landkreis vorübergehend untersagt.

veröffentlicht am 22.01.2011 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 02:41 Uhr

Vom heutigen Sonnabend an aber darf Eigentümerin Gabriele Korba die Besucher wieder bewirten. Am vergangenen Dienstag hatte die Gastronomin selbst entdeckt, dass am steilen Hang hinter ihrem Haus etwas ins Rutschen gekommen war. „Das passiert hier immer wieder“, weiß sie aus Erfahrung: Sie ist hier aufgewachsen und führt in dritter Generation das Lokal.

Dass es im Deister-Gestein arbeitet, wissen Insider ohnehin: Es gab wiederholt spektakuläre Erdrutsche auf der Südwestseite; Erdfälle sind bekannt; und gleich neben dem Wanderpfad, der vom Haus hinauf in Richtung Mooshütte führt, lassen sich mit bloßem Auge das brüchige Kalkgestein und gelegentliche Veränderungen erkennen.

Doch diesmal waren es nicht nur Steinchen und kleine Erdklumpen: Korbas war beim Einkaufen, als es direkt hinter dem Haus tüchtig gepoltert haben dürfte. Eine Wand und das Dach des angebauten Schuppens waren eingedrückt. „Ich war richtig geschockt.“

Das kleine Gebäude grenzt unmittelbar an den Steilhang, an dem noch weiteres Gestein schon etwas bedrohlich in der Luft hängt.

Die Wirtin bat deshalb das Technische Hilfswerk, mit Netzen die Fläche abzufangen. Weil dies nicht ging, rückte die Feuerwehr an. Die Rodenberger Samtgemeindeverwaltung ließ fast das komplette Grundstück aus Sicherheitsgründen sperren.

Am gestrigen Freitagvormittag bestätigte das Bauordnungsamt des Landkreises Schaumburg die Maßnahme. Weil die Toiletten des Hauses an Anbau und Steilwand grenzen, dürfen sie bis auf Weiteres nicht mehr benutzt werden. Zugleich gestand die Behörde jedoch die vorübergehende Aufstellung von Dixi-Klos zu. Noch gestern Nachmittag wurden diese geliefert, sodass ab heute der Schankbetrieb normal weiterlaufen kann.

Für Gabriele Korba sind die Probleme damit jedoch nicht gelöst. Sie muss weitere Beratungen des Landkreises Schaumburg sowie ein geologisches Gutachten abwarten. Danach werde zu entscheiden sein, wie sie ihr Haus und dessen Besucher besser sichern kann. Sie denkt bereits an eine Betonbewehrung als Schutz.

Sie glaubt nicht, dass der vor einem Jahr von ihr veranlasste Kahlschlag am steilen Hang des Grover Grund den kleinen Erdrutsch ausgelöst haben könnte. Dort, wo jetzt die Erde bröckelte, habe gar kein Baum gestanden, betont sie.

Dass sie damals den Wald komplett beseitigen ließ, war den winterlichen Stürmen geschuldet: Diese hatten immer wieder einmal in den hiebreifen Fichten gewütet und Bäume in der Nähe des Gebäudes umgeworfen: „Damals hatte ich wirklich Angst.“ Das sei mit dem jetzigen Erdrutsch nicht zu vergleichen: „Aber dagegen tun muss ich unbedingt was.“

Sperrzone für einen Tag: Ab heute ist die Waldgaststätte an der Teufelsbrücke wieder geöffnet.




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