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Nach 40 Jahren Arbeit: Ernst Spannuth legt Chronik „Rusbend – Geschichte und Geschichten“ vor

Brücke zwischen gestern und morgen

Rusbend. Von einer „Brücke zwischen gestern und morgen“ hat Andreas Struckmann gesprochen, als er das von Ernst Spannuth verfasste Buch „Rusbend – Geschichte und Geschichten“ im Dorfgemeinschaftshaus vorstellte. Der Rusbender Ortsbürgermeister nahm Bezug auf ein Werk, dessen Erstellung vier Jahrzehnte in Anspruch genommen hat.

veröffentlicht am 16.02.2016 um 12:39 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 05:41 Uhr

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Der Entschluss, die Chronik in Buchform zu veröffentlichen, sei 2008 im Vorfeld des 425-jährigen Bestehens der Ortschaft mit den drei Siedlungskernen entstanden, so Struckmann. „Jetzt gibt es ein komplexes Werk über uns, unsere Vorfahren, die Entwicklung des Ortes und die Geschichte der Rusbender.“ Der Autor habe viel Arbeit, Herzblut und Durchhaltevermögen investiert. „Es gibt weder Worte noch Geschenke, die diese Leistung würdigen können“, sagte der Ortsbürgermeister, bevor er dem Verfasser stellvertretend für den Ort Blumen und einen Reisegutschein überreichte.

Ernst Spannuth, geboren am Himmelfahrtstag 1937, stellt selbst ein Stück Rusbender Geschichte dar. Seine Spuren finden sich in plattdeutschen Gemeinschaften und im Bückeburger Museum ebenso wie in Kindergarten und Grundschule. Mit „Rusbend – Geschichte und Geschichten“ hat der gelernte Maschinenbautechniker nun eine Publikation abgeliefert, die auch in ferner Zukunft auf Interesse stoßen wird.

Die interessante Vergangenheit des Dorfes und seiner Bewohner hätten ihn einfach nicht losgelassen, bringt der Autor im Vorwort des 436 Seiten umfassenden und reich bebilderten Buches zum Ausdruck. Seine Forschungen hätten aber nicht nur historische Fakten hinsichtlich der herrschaftlichen Ziegelbrennerei, der Töpferei Niederbracht und des Kanalbaus, sondern auch erzählenswerte Begebenheiten ans Licht gebracht – wie etwa Schicksale der Heringsfänger, der Amerika-Auswanderer und der Kriegsteilnehmer.

Die Schwerpunkte der Spannuthschen Schilderungen heben im 16. Jahrhundert an. Damals verzeichneten die Statistiken ein rasantes Anwachsen der Bevölkerung. Im sumpfigen Hudegebiet südlich des Schaumburger Waldes (der früher Friller Wald hieß), dem „Lichten Brouke“, siedeln sich Knechte der Heveser Meierhöfe an. Deren Nachkommen machen das Land urbar und nennen ihre Siedlung „Rusch-Bente“ – nach der niederdeutschen Bezeichnung für Binsen und dem überlieferten Flurnamen „An der Benterei“.

„In der Chronik wird die Entwicklung des Dorfes und der Hofstellen nachgezeichnet“, legt der Verfasser dar. „Die Besitzer der Hofstellen wurden lückenlos ermittelt. Es werden viele spannende Geschichten erzählt, die sich in dieser Köthersiedlung ereigneten – traurige und amüsante. Sie reichen vom Bad Rusbend bis zu einem Doppelmord im Forstgehöft.“

Auf vorgeschichtliche Funde Bezug nehmend hält das Buch fest, dass „stumme Zeugen“ eine zeitlich wesentlich weiter zurückreichende Besiedlung belegen als offizielle Schriftstücke. Spinnwirtel prähistorischer Machart ließen vermuten, dass von 750 vor Christus bis 500 nach Christus nicht nur an Flussläufen und in Tallagen, sondern auch in der sumpfigen Niederung Menschen lebten.

Wegen der großen Nachfrage und der kleinen Erstauflage legte Spannuth den 100 Besuchern der Präsentation ans Herz, nur ein Exemplar pro Person zu erwerben. „In drei Wochen kommt Nachschub“, kündigte der Autor an. Es stünden Vormerklisten zur Verfügung. Verkaufsstellen sind die Volksbankfiliale und die Poststelle in Meinsen-Warber, das Museum Bückeburg sowie Christine Alder und Ernst Spannuth in Rusbend.




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