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Brückentorsaal: Veranstalter suchen für 2019 Ersatzstandorte

RINTELN. Bevor der Brückentorkomplex in neuer Pracht erstrahlen kann, sind größere Bauarbeiten unumgänglich. Ab Mitte Januar 2019 werde daher auch der Brückentorsaal für ungewisse Zeit zu Veranstaltungszwecken nicht verfügbar sein, teilt Hans-Georg Dlugosch von der Stadt Rinteln mit.

veröffentlicht am 06.02.2018 um 14:53 Uhr
aktualisiert am 06.02.2018 um 16:20 Uhr

Ab Mitte Januar 2019 wird der Brückentorsaal für ungewisse Zeit zu Veranstaltungszwecken wohl nicht zur Verfügung stehen – das werden auch Rintelns Narren zu spüren bekommen. Foto: tol

Autor:

Niklas Könner
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RINTELN. Bevor derBrückentorkomplex in neuer Pracht erstrahlen kann, sind größere Bauarbeiten unumgänglich. Ab Mitte Januar 2019 werde daher auch der Brückentorsaal für ungewisse Zeit zu Veranstaltungszwecken nicht verfügbar sein, teilt Hans-Georg Dlugosch von der Stadt Rinteln mit. Angesichts einer Belegung von rund 30 bis 35 Wochenenden im Jahr bedeutet das für viele Vereine, die den Saal häufig nutzen, eine echte Herausforderung. Denn plötzlich müssen sie sich die Frage stellen, wo sie in der näheren Umgebung einen Saal ähnlicher Größe für ihre Veranstaltungen auftreiben können.

Auf der Suche danach fühlten sich einige Vereine von den Verantwortlichen der Stadt zunächst im Stich gelassen und machten ihre Hilflosigkeit öffentlich. Angela Vehring, Vorsitzende des Rintelner Frauenkarnevalsvereins, wandte sich kürzlich in einem offenen Brief an Bürgermeister Thomas Priemer. Sie forderte ihn auf, die Vereine der Stadt während der Umbauphase zu unterstützen und Lösungen aufzuzeigen. „Es kann nicht sein, dass wir alle für ein bis zwei Jahre im Regen stehen“, so Vehring. Ein großes Problem sei nämlich, dass man die Akteure der Veranstaltung weit im Voraus buchen müsse und deshalb schlecht in Ungewissheit verharren könne.

Die Stadt erwiderte daraufhin, dass allen betroffenen Vereinen die übrigen öffentlichen Einrichtungen, zu denen beispielsweise Mehrzweckhallen oder Dorfgemeinschaftshäuser gehören, zur Verfügung gestellt werden sollen. Dazu werde in den nächsten Tagen den Betroffenen eine Aufstellung mit entsprechenden Daten zugesendet.

Für Sebastian Westphal ist das sicherlich hilfreich. Der Vorsitzende des Rintelner Carnevalsvereins (RCV) brauche für seine Programmplanungen eine gewisse Sicherheit. Insgesamt beurteilt er die Umbauphase problematisch, da „uns zurzeit noch keine adäquate Alternative zur Verfügung steht. Zudem sieht er die Jugendarbeit des RCV gefährdet, da der Nachwuchs keine Möglichkeit mehr habe, auf einer größeren Bühne aufzutreten. „Daher wäre es schön, die Umbauphase kurz zu halten“, findet Westphal.

Die von der Stadt empfohlene Mehrzweckhalle in Engern habe er auch schon im Sinn gehabt, allerdings „ist dort die Terminvergabe sehr spät. Außerdem können wir die Halle nicht wie benötigt für zwei Wochen belegen“, sagt Westphal. Ein Dorfgemeinschaftshaus kommt für Thorsten Riesenberg gar nicht erst infrage: „Das wäre definitiv zu klein“, sagt der Inhaber der „Carambolage Music Hall Rinteln“. Er ist mit seinem Unternehmen für Veranstaltungstechnik häufig zu Gast im Brückentorsaal. Er steht einem Umbau grundsätzlich positiv gegenüber, denn „eine Stadt wie Rinteln muss den Anspruch haben, eine vernünftige Stadthalle zu besitzen“.

Damit alle Beteiligten während der Bauarbeiten nicht mit leeren Händen dastehen, wünscht sich Riesenberg mehr Kommunikation untereinander: „Ich würde gerne mal einen runden Tisch mit allen Beteiligten sehen.“ Er möchte nämlich ungern seine Veranstaltungen außerhalb Rintelns ausrichten, da die Gefahr bestehe, dass „die Kultur in Rinteln in dem Zeitraum in manchen Kreisen flachliegen könnte“.

Mit zahlreichen Veranstaltungen im Brückentorsaal, ist der Rintelner Kulturring ebenfalls betroffen. Vorsitzender Wolfgang Westphal ist auf der Suche nach einem Plan B selbst herumgefahren, von der Stadt habe er noch keine Vorschläge bekommen, sagt er. Mit der Aula des Gymnasiums Ernestinum in Rinteln hat er jedoch schon einen passenden Ersatz gefunden. Dort sei die Besucherkapazität groß genug und eine gute Ausstattung vorhanden. Für kleinere Events stehe ihm bei Bedarf noch der Saal der Landesfinanzschule in Bad Eilsen oder der Ratskellersaal in der Rintelner Altstadt zur Verfügung. Eine mündliche Zusage der Stadt für den Brückentorsaal hat der Kulturring aber für die Ausrichtung des Neujahrskonzerts 2019, das am 20. Januar stattfinden soll. Das wird dann wohl die letzte große Veranstaltung vor dem Beginn der Umbauarbeiten sein.

Wie lange die Veranstalter auf die große Bühne verzichten müssen, dazu konnte die Stadt keine Angaben machen. „Wir wissen es einfach nicht“, sagt Dlugosch.

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