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Rockgruppe gibt Dreistunden-Konzert auf dem Kleinen Domhof

Bückeburger bejubeln BAP

Minden (mt/tok). Mitten im Konzert bringt es ein Zuschauer auf den Punkt. „Die Leute verstehen zwar sein Kölsch nicht, lauschen aber trotzdem andächtig seinen interessanten Geschichten und genießen vor allem seine tolle Musik.“ Gemeint ist Wolfgang Niedecken, Urgestein und Frontmann der Rockgruppe BAP, die am Donnerstagabend mehr als 2500 Zuschauer bei einem mitreißenden Dreistunden-Auftritt im Kleinen Domhof mit musikalischen Leckerbissen und einem Füllhorn an Anekdoten begeisterte. Dabei bewegen sich die Geschichten des 60-jährigen Songbarden zwischen herzerfrischender Komik und nachdenklichen Tönen.

veröffentlicht am 24.08.2012 um 20:28 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 20:21 Uhr

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Letztere bringt Niedecken beim Song „Kristallnaach“ zum Ausdruck, den die Band vor genau 30 Jahren bei ihrem legendären Rockpalast-Auftritt auf der Loreley erstmals live gespielt hatte. Der Song war seinerzeit ein Mahnzeichen gegen Ausländerfeindlichkeit und ist trotz seines Alters aktueller denn je. In die gleiche Kerbe haut Niedecken mit „Arsch Huh, Zäng Usseinander“, das vor 20 Jahren die Hymne der versammelten Kölner Musikerschaft und befreundeter Bands beim beispielhaften Konzert auf dem Kölner Chlodwigplatz war.

Fast zu jedem Lied hat Niedecken eine Schmonzette parat. Setzt er sich, selbst bekennender Geißbock-Fan, bei „Woröm Dunn Ich“ mit der Leidensfähigkeit der Fußball-Anhänger des 1. FC Köln in der abgelaufenen Saison auseinander („Dazu dulde ich keine blöden Fragen“), so stellt er bei „Babylon“ die Welterschaffungs-Theorie infrage. „Ich glaube als streng katholisch erzogener Junge zwar vieles. Aber: In sechs Tagen kann Gott die Welt nicht erschaffen haben, es muss noch einen siebten gegeben haben, denn die Sprache findet erst beim Turmbau zu Babel die Erwähnung in der Bibel. Und ohne die Sprache geht in der Welt bekanntlich nichts.“

Und wieder hat der von seinem Schlaganfall prächtig genesene musikalische Weltenbummler, der mit seinen Vorbildern Bruce Springsteen und Bob Dylan ebenso zusammen musiziert hat wie mit seinem Helden – dem 1995 viel zu früh verstorbenen irischen Gitarristen Rory Gallagher – die Lacher auf seiner Seite. Womit wir wieder beim Loreley-Festival von 1982 wären. „Der liebe Rory hat mich damals auf seiner abgeblätterten Fender-Stratocaster spielen lassen – gigantisch“, sagt Niedecken und liefert mit seiner Fassung von Gallaghers Song „A Million Miles Away“ eine passende Hommage, um kurze Zeit später die Menge mit „Verdamp Lang Her“ zum Kochen zu bringen und sich erstmals zu verabschieden.

Doch BAP – Schlagzeuger Wolfgang Zöller feiert mittlerweile auch schon sein 25-jähriges Band-Jubiläum – holen nur kurz Luft und schicken die ebenso konditionsstarken Besucher erst nach fünf Zugaben mit dem verträumten „Do Kanns Zaubere“ auf den wohlverdienten Heimweg.

Viele Bückeburger ließen sich das BAP-Konzert in Minden nicht entgehen.

Foto: mt




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