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„Jugend forscht“: Sonderpreis für SchulServiceSystem / Adolfiner überzeugen Jury in Osnabrück

Bückeburger Forscher-Trio ist Bundessieger

Bückeburg. Die Sieger des 44. Bundeswettbewerbs von „Jugend forscht“ stehen fest: Der mit 1000 Euro dotierte VDE-Sonderpreis für mikroelektronische Anwendungen ging an das Team des Gymnasiums Adolfinum aus Bückeburg. Henning Hartmann (19), Anna-Lena Kruse (16) und Wiebke Später (15) kreierten einen „Chip für alle Fälle“.

veröffentlicht am 28.05.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 08.11.2016 um 18:41 Uhr

Das innovative SchulServiceSystem soll den Schulalltag gerade für jüngere Schüler vereinfachen und bei Problemen wie der Vertretungsplanabfrage oder der Benachrichtigung der Eltern helfen. „Uns ist aufgefallen, dass die kleineren Schüler der 5. und 6. Klassen an unserer Schule einige Probleme im Schulalltag haben. Es fällt ihnen schwer, den Vertretungsplan zu lesen, der für alle Klassen aushängt und unübersichtlich ist. Auch ist es nicht leicht für die Schüler, ihre Eltern über vorzeitigen Schulschluss zu benachrichtigen, da Handys an Schulen verboten sind und die Sekretariatsangestellten nicht immer erfreut darüber sind, wenn alle Schüler vom Sekretariatstelefon aus ihre Eltern benachrichtigen“, so Wiebke Später.

Zu diesem Zweck erhält jeder Schüler auf Wunsch einen Radio Frequency Identification (RFID)-Chip, beispielweise in Form eines Schlüsselanhängers. Damit kann er sich an einem Terminal identifizieren und die dort vorhandenen Funktionen nutzen. Außerdem ist der Chip so konzipiert, dass die Schüler kein Passwort benötigen und mit ihm in der Cafeteria oder am Kopierer bezahlen können. Zusätzlich ist es Eltern und Lehrern natürlich möglich, Nachrichten an die Schüler zu versenden, die ebenfalls an dem neuen Terminal abgefragt werden können.

Das moderne System, das RFID als Hilfsmittel in Schulen positioniert, überzeugte die VDE-Jury. Dr.-Ing. Hans Heinz Zimmer, VDE-Vorstandsvorsitzender: „Sie haben ihren Forschergeist mit dem ,Chip für alle Fälle’ deutlich unter Beweis gestellt. Wir freuen uns über das Interesse an Zukunftstechnologien und erleben glücklicherweise immer häufiger, dass auch junge Frauen in diesem Bereich sehr erfolgreich vertreten sind.“

Neben dem Scheck über 1000 Euro sind die drei Schüler übrigens zum VDE/BMBF-Mikrosystemtechnik-Kongress nach Berlin eingeladen. Über 1000 Experten aus dem In- und Ausland diskutieren vom 12. bis 14. Oktober beim 3. Mikrosystemtechnik-Kongress im Berliner Estrel Convention Center über Einsatzmöglichkeiten der Mikrosystemtechnik sowie aktuelle Forschungsergebnisse. Der Kongress des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und des VDE ist der bedeutendste im Bereich der Mikrosystemtechnik in Europa.

Für den Verband der Elektrotechnik Elektronik und Informationstechnik (VDE) mit seinen 35 000 Mitgliedern, davon 1300 Unternehmen und 8000 Studenten einer der großen technisch-wissenschaftlichen Verbände Europas, hat die Forschungs- und Nachwuchsförderung höchste Priorität. Das Bückeburger Forscher-Trio ist für die Experten deshalb ein gutes Beispiel für das Engagement der Jugend. „Wir wollen junge Menschen für den technologischen Fortschritt begeistern und ihnen so auch den Weg zu einem Ingenieurstudium ebnen. Neben unserem mit 1000 Euro dotierten Sonderpreis haben wir auch auf Landesebene bei Jugend forscht zahlreiche Sonderpreise für tolle Projekte vergeben“, so der VDE-Vorstandsvorsitzende Zimmer.

Unter dem Motto „Du willst es wissen!“ hatten sich auch 2009 rund 10 000 Jugendliche am 44. Wettbewerb von „Jugend forscht“ beteiligt. 200 vielversprechende Talente mit insgesamt 107 Projekten qualifizierten sich schließlich für den Endausscheid des Bundeswettbewerbs.




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