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Nicht gewählt / "Fehler gemacht, dass ich angetreten bin"

Bürgermeister Hoffmann scheitert bei Kirchenwahl

Stadthagen (ssr). Der Stadthäger Bürgermeister Jürgen Hoffmann ist bei seinem Versuch, in den Vorstand der St.- Martini-Kirchengemeinde gewählt zu werden, gescheitert. Im 41-köpfigen Gemeindekirchenrat, der den Vorstand aus den eigenen Reihen wählt, bekam er in geheimer Wahl nicht die erforderlichen Stimmen. "Ich habe einen Fehler gemacht, dass ich kandidiert habe", räumte Hoffmann gestern ein.

veröffentlicht am 08.08.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:26 Uhr

Nur 22 Mitglieder des im Frühjahr von den Kirchenmitgliedern gewählten Gemeindekirchenrates hatten sich um die zwölf zu wählenden Mandate im Kirchenvorstand beworben. Gleichwohl wurde das langjährige Stadtoberhaupt Hoffmann von dem Gremium in geheimer Wahl nicht gewählt. "Ich hatte nie damit gerechnet, dass ich da durchfallen könnte", gestand der Bürgermeister nach seiner Niederlage ein: "Ich habe die Situation wohl völlig falsch eingeschätzt." Nicht dem Kirchenvorstand von St. Martini anzugehören, "damit kann ich leben", fügte Hoffmann auf Anfrage hinzu. Gleichwohl räumte er ein, sich über den Vorgang selber zu ärgern. "Bislang hatte ich in meinem Leben jede Wahl gewonnen. Und ich habe in den vergangenen Jahren immer wieder gesagt, dass ich auch keine Wahl mehr verlieren will. Nunist es doch noch passiert." Auch Oberprediger Klaus Pönnighaus als Vorsitzender des Kirchenvorstandes sagte, er sei "vorher sicher davon ausgegangen, dass Herr Hoffmann gewählt wird". Zu möglichen Ursachen der Niederlage Hoffmanns wollte sich der Oberprediger nicht äußern. Neben den zwölf gewählten Mitgliedern und den fünf Pastoren gehören dem Kirchenvorstand zwei weitere Mitglieder an, die das Gremium beruft. Traditionell gehört dazu ein ausgewiesener Bauexperte, hier wurde der laut Pönnighaus auf diesem Feld "bewährte" Klaus-Dieter Wilhelms berufen. Ebenso wurde ein Finanzexperte für nötig erachtet, berichtete Pönnighaus. Schon vor der Vorstandswahl habe man den früheren Ministerialrat im niedersächsischen Innenministerium, Harald Weidenmüller, dafür ins Auge gefasst, so der Oberprediger. Dieser sei nach der Wahl dann auch berufen worden. Pönnighaus "wollte Herrn Weidenmüller unbedingt im Vorstand haben", sagte Hoffmann, bis zu seinem Wechsel ins Rathaus hauptberuflich als Steuerberater tätig gewesen, im Pressegespräch: "Ein Ministerialrat ist offenbar nützlicher als ein Bürgermeister, der auch mal eine eigene Meinung vertritt", setzte Hoffmann hinzu, der während seiner Amtszeit die Finanzpolitik stets als sein zentrales Thema handhabte. Nicht in den Kirchenvorstand gewählt worden zu sein, könnte nach Einschätzung von Beobachtern der kirchlichen Szene auch seine Ambitionen auf Landeskirchenebene beeinflussen. Auf der Frühjahrssynode hatte sich Hoffmann als Mitglied des Kirchenparlaments vehement für eine teils ehrenamtliche Regelung bei der Neubesetzung des Präsidentenamtes stark gemacht. Etliche Aufgabenbereiche könnten per Ehrenamt geregelt werden, etwa die Außenvertretung, hatte Hoffmann gesagt und dabei seine eigene Mithilfe angeboten.




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