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Umfangreiche Lärmschutzmaßnahmen in der Ortsdurchfahrt Bückeburg verzögern sich um ein Jahr

Bundesbahn wird erst ab 2013 deutlich leiser

Bückeburg (rc). Ursprünglich wollte die Deutsche Bahn AG 2012 mit umfangreichen Schallschutzmaßnahmen in der Ortsdurchfahrt Bückeburg beginnen. Inzwischen verzögert sich der Beginn allerdings bis mindestens 2013. Das teilte Bückeburgs Baubereichsleiter Jörg Klostermann mit, der in engem Kontakt mit den zuständigen Stellen bei der Bahn und deren beauftragten Ingenieur- und Planungsbüros steht.

veröffentlicht am 22.07.2010 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 08:21 Uhr

Derzeit werde noch untersucht, in welchem Umfang Schallschutz nötig ist, so der Baubereichsleiter. Insbesondere Wohngebiete sollen vom Lärm der vorbeisausenden Güterzüge geschützt werden. Moderne ICE- und S-Bahn-Züge verursachen deutlich weniger Lärm. Klostermann rechnet damit, dass erst 2012 die Abstimmungsergebnisse zwischen Bauamt und der Deutschen Bahn AG in der Politik vorgestellt und diskutiert werden, um dann ein entsprechendes Planfeststellungsverfahren einleiten zu können. Im Schaumburger Bereich ist die Bahn derzeit in Lindhorst dabei, die ersten Schallschutzmaßnahmen umzusetzen. Die Pläne sehen vor, dass sich die beauftragten Baufirmen stetig nach Westen vorkämpfen sollen. Derzeit stellt der Bund jährlich rund 100 Millionen Euro für Lärmsanierungen auf oder entlang von Bahnstrecken zur Verfügung.

Wie unter anderem im Februar 2009 in einer Sitzung des Bau- und Umweltausschusses erörtert worden war, klagen Anwohner der Bahnstrecke seit Jahren über den Lärm der Züge. Messungen hatten ergeben, dass der zulässige Grenzwert von tagsüber 72 Dezibel im Petzer Feld, in Evesen und auch in Achum mitunter deutlich überschritten wird. Bei bestimmten Wetterlagen schallt der Lärm bis hinüber in die Hofwiesen und erreicht sogar Teile des Südharrls. „Die Werte liegen so hoch, dass etwas getan werden muss“, hieß es damals im Ausschuss zur generellen Ankündigung der Bahn, für Lärmschutz in der Ortsdurchfahrt Bückeburg zu sorgen. Damals war von der Bahn noch kein konkretes Umsetzungsdatum genannt worden.

Wenn 2013 mit der Lärmsanierung begonnen wird, setzt die Deutsche Bahn AG noch effizientere Lärmschutztechniken ein: Mit Schienendämpfern, niedrigen Schallschutzwänden und weiteren Maßnahmen direkt am Gleis soll dem Lärm und den Erschütterungen an Bahnstrecken zu Leibe gerückt werden. Die Bahn setzt bereits neuartige Technologien ein, die den Schall unmittelbar an der Quelle absorbieren und die Übertragung von Erschütterungen dämpfen. Dazu zählen Schienenstegbedämpfer, verschäumte Schottergleise und niedrige Schallschutzwände aus Gabionen – mit Steinen gefüllte Drahtgeflechte – aber auch vorbeugendes Behandeln der Schienenoberfläche, Brückenabsorber, Unterschottermatten, besohlte Schwellen oder die sogenannte automatische Schienenschmierung.

Rechts die Kernstadt, links der Ortsteil Scheie, und mitten hindurch führt die Bahntrasse, deren Lärm die Bückeburger seit Jahren nervt. Das soll laut Bahn 2013 ein Ende haben.

Foto: Archiv




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