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Schüler und heimische Künstler bemalen in Bad Nenndorf Stromverteiler – insgesamt 150 Objekte

Bunt statt grau: „Kunst am Kasten“ kommt an

Bad Nenndorf (tes). Schluss mit der grauen Tristesse auf den Stromverteilerkästen in Bad Nenndorf: In einer Gemeinschaftsaktion von Stadt und E.on Westfalen Weser haben Schüler und heimische Künstler die unscheinbaren Kästen in bunte Kunstwerke verwandelt.

veröffentlicht am 27.10.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 00:22 Uhr

Bunte Kunst an grauen E.on-Stromverteilerkästen gibt es auch im

Vorbild ist die „E-Kunst“-Aktion in Paderborn. Der Energiekonzern E.on Westfalen Weser hatte hier in Zusammenarbeit mit Stadt und Werbegemeinschaft 77 Paderborner Künstler dazu aufgerufen, die Verteilerkästen bunt zu gestalten. Diese Idee gefiel Stadtdirektor Bernd Reese so gut, dass er Bad Nenndorfer Schulen und Künstler zum Mitmachen animierte. Von Mai bis September sollten im Rahmen des Projekts „Kunst am Kasten“ Stromverteiler in viele farbenfrohe Kunstwerke verwandelt werden. Bei den Motiven waren der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Laut Reese solle das Stadtbild durch diese Gemeinschaftsaktion, die optisch das Stadtmotto „Hier lässt sich’s leben“ unterstütze, aufgewertet werden. Getreu dem Motto: „Bad Nenndorf ist bunt.“

Die ersten der etwa 150 grauen Kästen sind fertig. „Die Resonanz der Anwohner war anfangs gespalten“, berichtet Kunstlehrerin Nicola Streuter von den Erfahrungen der beteiligten Gymnasiasten. Die Aktion war nicht öffentlich angekündigt worden. So sahen sich die Schüler mit kritischen Anfragen konfrontiert. Das habe sich aber schnell in Bewunderung verwandelt, als die Ergebnisse erkennbar wurden, ergänzt Streuter. Die jungen Künstler identifizierten sich mit ihren Werken und seien entsetzt gewesen über erste Verunreinigungen durch Schmierereien und Aufkleber. „Beschmieren, das macht man nicht“, appelliert auch Reese an die Vernunft der Mitbürger und setzt bei der Jugend auf einen Zusatzeffekt: „Was man selber erschaffen hat, macht man nicht kaputt.“

Schüler und Lehrer haben den Kunstunterricht auf die Straße verlegt. In Kleingruppen erstellten 28 Zehntklässler des Gymnasiums erst Entwürfe und brachten dann Farbe an die Kästen. Gegenüber der Berlinschule sorgt jetzt ein Palmenmotiv für Urlaubsambiente. „Wir wollen Bad Nenndorf tropischer machen“, verdeutlicht Christoph Manthei im Namen seines Teams die Botschaft des Gemeinschaftswerkes. Die umfangreichen Vorarbeiten seien von Verwaltung und E.on erledigt worden, erklärt Reese. Der Energieversorger übernimmt die Kosten für Pinsel und Farbe. Auch die Standorte wurden zuvor festgelegt. Mitarbeiter des Bauhofes haben die Kästen gereinigt, um den Anstrich für mindestens drei Jahre haltbar zu machen. Bürger und Gäste der Stadt können sich beim Spaziergang durch Bad Nenndorf künftig auf ein großes künstlerisches Spektrum freuen: Auch die Berlinschule hat bereits drei Kästen verschönert. Künstler Walter Sickau verzierte weitere in der Landgrafenstraße mit Trachtenmotiven. „Das ist der Start“, hofft Reese auf eine Fortsetzung im kommenden Jahr. Dann bestehe auch für die Stadtschüler die Möglichkeit, sich zu beteiligen.




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