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DGB und Bündnis starten Appell

Bunter Protest gegen „groteskes Nazi-Schauspiel“

Bad Nenndorf (rwe). „Bunt statt Braun!“ Unter diesem Motto ruft das Bündnis gegen Rechtsextremismus am 1. August zur gemeinsamen Aktion gegen den an diesem Tag geplanten Naziaufmarsch auf.

veröffentlicht am 02.04.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 08:41 Uhr

Viele Menschen in Bad Nenndorf wollen den Neonazis am 1. August nicht das Feld überlassen. Für diesen Tag haben erneut „Freie Kameradschaften“ und die NPD einen „Trauermarsch“ zum Wincklerbad angemeldet. Stellvertretend für das Bündnis gegen Rechtsextremismus namens „Bad Nenndorf ist bunt“ ruft der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) dazu auf, diesem „grotesken Schauspiel“ mit einem eigenen Aktionstag zu begegnen. Die Kurstadt droht zur Wallfahrtsstätte für rechtsradikale Aufmärsche zu werden, warnt der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), der mit einem Rundschreiben dazu aufruft, diese Provokationen nicht tatenlos hinzunehmen.

Seit 2006 versammeln sich die Nazis einmal im Sommer vor dem Wincklerbad und planen dies auch dieses und nächstes Jahr. Jedenfalls liegen beim Landkreis dafür bereits Anmeldungen vor. 2008 sei die Zahl rechtsradikaler Teilnehmer auf mehr als 400 gestiegen. Ohne eine „breite gesellschaftliche Gegenwehr“ von demokratischen Parteien, Kirchen, Vereinen und Initiativen würden die Nazis das Wincklerbad weiter zu einer Heldengedenkstätte für Kriegsverbrecher“ ausbauen.

Ihnen gehe es schließlich darum, die Verbrechen im Dritten Reich zu relativieren, so der DGB Region Niedersachsen-Mitte. Die von der britischen Besatzungsmacht in der Nachkriegszeit selbst aufgedeckten und beendeten Misshandlungen in dem damaligen Internierungslager sollten nachträglich den Krieg und die Gräueltaten des Hitler-Regimes rechtfertigen.

Dabei würden heute noch Menschen in Deutschland tagtäglich Opfer rechtsextremer Gewalt. Als Beispiel nennt der DGB im Februar bei einem Naziaufmarsch in Dresden den Angriff auf einen Bus mit gewerkschaftlichen Gegendemonstranten. Die Gewerkschaftsbund fordert daher ein Verbot der Nazi-Veranstaltung am Wincklerbad und anderswo. „Wir zeigen Zivilcourage und bekämpfen alle Spielarten des Rechtsradikalismus, Rassismus und Antisemitismus“, heißt es in dem Schreiben, das für den 1. August zum friedlichen Protest aufruft. Los geht es um 10.30 Uhr mit einer Kundgebung zum Auftakt am Bahnhof. Um 12 Uhr beginnen dann die Hauptkundgebung und das Kulturprogramm in der Kurhausstraße am Gedenkstein. Das Ende ist gegen 16 Uhr geplant.




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