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Menschen aus mehr als 15 Nationen feiern im Bad Nenndorfer Kurpark / Ausländerhass ohne Chance

Buntes Kulturfest gerät zum "Miteinandertag"

Bad Nenndorf (tes). Mit geballter Lebensfreude dunkle Wolken vertreiben: Das ist Nenndorfern und hunderten Gästen beim Kulturfest der Initiative "Bad Nenndorf ist bunt" gelungen. Der Vorsitzende des Türkisch-Islamischen Kulturvereins, Ali Ünlü, brachte die Stimmung auf den Punkt: "Wir sind mitein ander bunt und halten zusammen - Hand in Hand. Da haben Rechtsextremisten keine Chance."

veröffentlicht am 27.02.2009 um 08:01 Uhr

Die Kindertanzgruppe des Türkisch-Islamischen Kulturvereins brin

Wer hat das bunteste Gesicht in Bad Nenndorf? Ob Inder, Türke, Italiener oder Amerikanerin: Das Kulturfest bot jedem die Chance, sich von seiner buntesten Seite zu zeigen. "Alle Bilder sind in der nächsten Woche im Internet unter www.schaumburg-ist-bunt.de in einer Fotogalerie zu sehen", kündigte Stephan Hartmann von der Arbeiterwohlfahrt an. Mut zum Kostüm zeigten nicht nur die Mädchen Yesmin Moahmmed und Nolle Wagner, sondern auch Polizeichef Michael-Andreas Meier. Diesem gefiel besonders das Engagement der Nenndorfer. Als Schirmherrin sah Bürgermeisterin Gudrun Olk ein "ermutigendes Zeichen" darin, dass besonders Jugendliche in den letztenWochen ein "Bekenntnis für Demokratie und Toleranz abgegeben haben". Neubürgerin Stefanie Wagner war begeistert von der Veranstaltung: "In Verden hatten wir auch Probleme mit Neonazis. Die Idee, Ausländer und Deutsche zusammenzubringen, ist sehr sinnvoll - besonders in einer Kleinstadt." "Anfangs lief es noch schleppend", berichtete Schminkexpertin Kathrin Frädermann von der Theaterkiste Waltringhausen. Mit der Sonne stieg auch die Zahl der Gäste. Die Gruppe "Almanach" überzeugte mit Klezmer-Musik und osteuropäischer Folklore. Auch kulinarisch zeigte sich Nenndorf weltoffen. Der türkisch-islamische Kulturverein Stadthagen brachte türkische Spezialitäten und südländische Lebensfreude in die Kurstadt. "Der Tisch war voll, jetzt ist alles leer", freuten sich auch Sonja Kevlina und die zweite Vorsitzende der jüdischen Gemeinde, Ludmilla Nekrasuva, über die große Nachfrage. Aus 15 verschiedenen Nationen kommen allein die Damen vom Internationalen Frauentreffen Lauenau. Die ehemalige Kalifornierin Jenny Brown-Kiel nutzte die Chance, zur interkulturellen Woche am 28. September ins St.-Lukas-Gemeindehaus einzuladen. Angesichts dieser Vielfalt warf Klaus Strempel eine Frage in die Talkrunde "Warum mit Nazis beschäftigen? Die sind doch so klein." Daraufhin berichtete DGB-Regionsvorsitzender Sebastian Wertmüller von aktuellen Entwicklungen in der rechtsextremistischen Szene. Der Rückblick auf die Aktivtät der Schulen im zweiten Teil ging fast im Gewitter unter. Der Tenor kam dennoch an: Die "Wölfe im Schafspelz" und der "Virus Ausländerhass" haben bei Nenndorfs Jugend keine Chance.

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