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Archäologe will sich in zwei bis drei Wochen zu Ergebnissen äußern

Burg am Meeresgrund gesucht

Steinhuder Meer (jpw). Trotz zum Teil kräftiger Windböen und bewegter See hat das geophysikalische Untersuchungsteam der Firma „eastern atlas“ vier Hektar Gelände rund um die mittelalterliche Kranenburg vermessen. Konkrete Ergebnisse sind in zwei bis drei Wochen zu erwarten.

veröffentlicht am 13.08.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 00:41 Uhr

Im Wasser des Steinhuder Meeres haben die Mitarbeiter des Berlin
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Zwei im Boot „Manta Rey“ und zwei im Wasser des Steinhuder Meeres, so haben die vier Mitarbeiter des Berliner Büros „eastern atlas“ den größten Teil des Tages verbracht. Wegen der zum Teil widrigen Wetterlage war bis zum Nachmittag unsicher, wie viel Zeit die Ingenieure noch brauchen würden, vier Hektar Seegrund rund um das Gelände der Kranenburg zu vermessen. „Wir wissen noch nicht, wie viele Ergebnisse auch brauchbar sind“, sagte Geschäftsführer Cornelius Meyer.

Auf der Promenade hatte derweil der Burgenfachmann des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalschutz, Hans-Wilhelm Heine, alle Hände voll zu tun, sich des für ihn überraschend großen Medienansturms zu erwehren. Man legt sich so ein gewisses Phlegma zu, als Wissenschaftler, aber ja, gespannt sei er schon, was bei den Ergebnissen herauskomme, wiederholte Heine immer wieder.

Rund um Heine versammelte sich auf der Promenade allerhand interessiertes Publikum, so der stellvertretende Vorsitzende des Heimatvereins, Wilhelm Pickert, und der frühere Bürgermeister und Arzt Dietrich Bredthauer, der aus seiner Erinnerung von aus dem Wasser ragenden Holzpfosten erzählte, mit denen Segler kollidiert seien. Auch der Wunstorfer Werner Reese war gekommen, der aufgrund seiner Kenntnis alter Urkunden vehement bestritt, dass es sich bei der Kranenburg um einen Besitz des Bischofs von Minden gehandelt haben könne. „Sie kann nur von den Grafen von Rohden erbaut worden sein“, ist er überzeugt.

Das hörten die Wissenschaftler auf dem Wasser nicht, sie schritten den Meeresgrund ab, setzten immer wieder Messpfosten, um für Radar-, Sonar- und Magnetfeldmessung gute Bedingungen zu schaffen. Archäologisch einwandfreie Ergebnisse, so sagte Heine derweil an Land, wird es vermutlich in zwei bis drei Wochen zu verkünden geben, das soll wiederum an Ort und Stelle geschehen.

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