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Keine Umbenennung von Admiral-Scheer-Straße

Chance vertan

In Obernkirchen bleibt eine Straße einem Militärführer gewidmet, der für den Tod vieler unschuldiger Menschen verantwortlich ist. Traurig!

veröffentlicht am 14.09.2018 um 12:42 Uhr

Michael_Werk

Autor

Michael Werk Reporter zur Autorenseite

Die Stadt hat die Chance vertan, mit einer Umbenennung der Admiral-Scheer-Straße ein Zeichen gegen Nationalismus, Gewalt und Krieg zu setzen.

Dass sich der Stadtrat diese Entscheidung, bei der er sich auf die Empfehlung eines Historikers stützt, nicht leicht gemacht hat, ist nur ein schwacher Trost. Immerhin sind aber Tafeln mit einem „erläuternden Hinweis“ geplant, der über Scheer informieren soll.

Die Frage ist allerdings, wie detailliert und kritisch in dem Text auf den Tod Tausender Menschen (Stichwort: uneingeschränkter U-Boot-Krieg) und auf Scheers Mitverantwortung für die Hinrichtung zweier der Meuterei beschuldigter Marinesoldaten, die der Historiker Michael Epkenhans „Justizmorde“ nannte, eingegangen wird. Wird dies umfassend dargestellt, dürfte sich manch ein Leser des Hinweis-Textes fragen, warum man die Straße nicht umbenannt hat.




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