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Mit Edith Möller und Erna Pielsticker auf die erste US-Tournee der Schaumburger Märchensänger

Chorkinder erinnern an unbeschwerte Zeiten

Bückeburg (rc). Zwei Schwestern im Geiste sind der weltbekannte Kinderchor Schaumburger Märchensänger und die gleichnamige Musikschule zu verdanken: Edith Möller und Erna Pielsticker. Während sich Edith Möller vor allem um den Chor und die jungen Sängerinnen und Sänger kümmerte, liefen bei Erna Pielsticker die organisatorischen Fäden zusammen. An die Leistung und das Lebenswerk der beiden erinnern nicht nur der Verein der ehemaligen Märchensänger unter dem Vorsitz von Thorwald Hey, selbst ehemaliger Märchensänger, sondern auch viele Sänger, die nach wie vor regen Kontakt zum Chor, untereinander und zu ihrer alten Heimat Bückeburg halten.

veröffentlicht am 07.01.2010 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 07.11.2016 um 07:21 Uhr

So erinnerte die „Ehemalige“ Dr. Heide von Chappuis (früher von Eckhardtstein) nach unserer Berichterstattung über die jüngste Hauptversammlung des Vereins der Ehemaligen daran, dass insbesondere das Lebenswerk von Erna Pielsticker und das von ihr geführte Archiv derzeit wissenschaftlich aufgearbeitet werden und dass die Dokumentation demnächst an das Staatsarchiv übergeben werden soll. Übernommen hat diese Arbeit übrigens auch eine „Ehemalige“, Dr. Brigitte Steinmetz. „Eine für Laien unvorstellbare, zeitaufwendige und finanzielle Opfer erfordernde Arbeit“, so Dr. Chappuis.

Die sich übrigens auch noch an das Wirken Möllers und Pielstickers aus eigener Anschauung erinnern kann, wie sie gegenüber unserer Zeitung schilderte. Die Verantwortung für die ihnen anvertrauten Kinder lag auf den Schultern beider, in manchen Dingen wie etwa der Musiktherapie der Zeit vorauseilenden Erzieherinnen. Ohne die minutiöse Organisation Erna Pielstickers wären die Erfolge des Chores undenkbar gewesen. Sie schrieb zu Beginn der 1950er Jahre die wöchentlichen seitenlangen Elternbriefe über Proben, einzelne Stationen oder den begeisterten Empfang auf den Tourneen, sodass die Eltern ihre Kinder beruhigt in die Obhut der beiden geben konnten.

Dr. Chappuis, 1954 bei der ersten Amerika-Tournee des Chores dabei, ahnte damals nicht, welche Arbeit im Hintergrund geleistet wurde; „welche unzähligen, gründlichen Vorbereitungen und schwierigste Problemlösungen zu bewältigen waren, von den wir Chorkinder damals kaum ahnten“. Unbeschwert und behütet habe man die weite Reise in „ein Land voller Wunder“ angetreten, und sei es nur, dass es in der Nachkriegszeit genug zu essen gab. Noch heute gibt es die Erinnerung an den ersten „Hamburger“ des Lebens: „Außerhalb unseres Vorstellungsvermögens, dass wir uns satt essen konnten.“ Umso schöner sei es, dass sich jetzt in Bückeburg um die Aufarbeitung und Bewahrung der Arbeit der beiden Chorgründerinnen gekümmert werde.




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