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„Rumpelröschen“

Christian Berg stellt in Bückeburg neue Märchenfigur vor

BÜCKEBURG. Ob als Regisseur, Schauspieler, Autor oder Vorleser: Christian Berg hat in Bückeburg eine eingeschworene Fangemeinde. Mit „Rumpelröschen“ hat er jetzt in Bückeburg den Helden seines neuen Märchenbuchs vorgestellt. Dabei hat das Multitalent verraten, was es noch alles plant.

veröffentlicht am 16.09.2018 um 14:54 Uhr

Nasya Leyfeld-Kolaric gewann im Mai den Vorlesewettbewerb an der Grundschule Obernkirchen und bekam daher von Christian Berg ein Buchexemplar geschenkt. Foto: jp
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Johannes Pietsch Reporter zur Autorenseite

BÜCKEBURG. Ob als Regisseur, Schauspieler, Autor oder Vorleser, Christian Berg hat in Bückeburg eine eingeschworene Fangemeinde. Schon seit Jahren sind seine großen Bühnenaufführungen im Rathaussaal jedes Jahr ausverkauft. Und auch bei seinem jüngsten Termin ließen sich die (großen und kleinen) Fans nicht lange bitten lassen. Dabei ging’s im Saal der Sparkasse Schaumburg nicht um großes Theater: Vielmehr hatte der gebürtige Bad Oeynhausener, der seit Jahren in Cuxhaven lebt und überwiegend in Hamburg inszeniert, diesmal einen ganz kleinen Helden in geschriebener Form mitgebracht: „Rumpelröschen“ ist der unerschrockene Held aus Christian Bergs neuem Märchenbuch, aus dem der Musical-Magier mehrere Kapitel zum Besten gab.

So ungewöhnlich wie Christian Bergs Inszenierungen, so auch seine neue Märchenfigur: Denn Rumpelröschen kommt durch ein Versehen von Meinardus Zappelfee (Feenmacher in der 32. Generation) statt als weibliche Fee als kleiner Feenjunge mit Fliegermütze, grünen Schuhen und roter Samthose zur Welt. Und mit dem Zaubern klappt’s bei ihm auch nicht so recht. Was aber tun mit jemandem, der offenkundig so aus dem Rahmen fällt? Die Entscheidung der Verantwortlichen des Märchenlands lautet: Rumpelröschen soll beweisen, dass er ein reines Herz hat und wirklich Gutes zu tun vermag, dann darf er bleiben und Wünsche erfüllen. Und dabei geht es mehr als turbulent zu, unter anderem bei der Begegnung mit der Hexe aus „Hänsel und Gretel“, die aus Frust über ihre Darstellung mit Märchenbüchern um sich wirft, oder dem Einhörnchen Pummelchen, das so gerne unsterblich wäre.

Die Idee zur Figur Rumpelröschen kam Christian Berg 2012 bei den Arbeiten für „Schneewittchen“. Seitdem stand er zwei mal selbst in der Rolle auf der Bühne. Offene Türen rannte der Regisseur dann beim Esslinger Verlag mit der Idee ein, dem kleinen, herzensguten aber magisch nicht sonderlich begabten Feenjungen ein eigenes Kinderbuch zu spendieren. Was sich als unerwartet kompliziert herausstellte, wie Christian Berg im Anschluss an die Lesung dem Publikum erläuterte: Denn das erste Manuskript zu „Rumpelröschen“ geriet schlicht zu lang und musste daher von ihm ausgerechnet während der intensiven Spielzeit kurz vor Weihnachten komplett neu geschrieben werden. Sein Trost: „Ich habe jetzt noch Stoff für mindestens zwei weitere Bücher.“

Die Warteschlange ist lang: Signierstunde mit Autor und Multitalent Christian Berg. Foto: jp
  • Die Warteschlange ist lang: Signierstunde mit Autor und Multitalent Christian Berg. Foto: jp
Ob als Regisseur, Schauspieler, Autor oder Vorleser: Christian Berg hat in Bückeburg eine eingeschworene Fangemeinde. Hier stellte er jetzt sein neues Märchenbuch vor. Foto: jp
  • Ob als Regisseur, Schauspieler, Autor oder Vorleser: Christian Berg hat in Bückeburg eine eingeschworene Fangemeinde. Hier stellte er jetzt sein neues Märchenbuch vor. Foto: jp

Rumpelröschen ist anders als all die anderen (weiblichen) Feen und hat daher als wichtigste Botschaft seines Schöpfers an die Leser: „Es ist ganz wichtig, dass wir alle verschieden sind und dazu stehen.“ Was Christian Berg gleich mit einem Appell an seine jüngsten Zuhörer verband: „Wenn Ihr merkt, dass irgendwo etwas nicht stimmt oder verkehrt läuft, dann seid laut und steht für die ein, die schwach sind und sich nicht wehren können. Wir alle können wie Rumpelröschen auch nicht zaubern, aber wir können uns ins Leben anderer Menschen zaubern, und dann sind wir alle Feen.“ Besonders stolz konnte Nasya Leyfeld-Kolaric sein: Dafür, dass sie im Mai den Vorlesewettbewerb an der Grundschule Obernkirchen gewann, bekam sie von Christian Berg ein Buchexemplar geschenkt.

Am Samstag, 2. Februar 2019, kommt der Cuxhavener mit seiner neuen Märchen-Inszenierung „Frau Holle - Betten machen mit Musik“ zu zwei Aufführungen in den Rathaussaal. Der Vorverkauf über die Sparkasse Schaumburg startet in Kürze.




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