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Lauenauer Betrieb kann Löhne und Gehälter bis September zahlen / Vorläufiger Verwalter zuversichtlich

Coating Innovation stellt Insolvenzantrag

Lauenau (fox). Die vor rund zwei Jahren gegründete Coating Innovation GmbH& Co. KG in Lauenau steht kurz vor der Insolvenz. Ein entsprechendes Antragsverfahren des Folienbeschichters läuft seit vergangenem Freitag. Doch der vorläufige Insolvenzverwalter, Olaf Handschuh aus Bückeburg, ist nach eigenem Bekunden zuversichtlich, für den Betrieb mit 32 Mitarbeitern einen Investor zu finden. "Für mich ist es ein typischer Sanierungsfall", hat Handschuh gestern auf Anfrage erklärt. Ein Unternehmen aus Süddeutschland habe bereits Interesse bekundet, ein Massekredit ist darüber hinaus bewilligt.

veröffentlicht am 19.07.2008 um 00:00 Uhr

Ausschlaggebender Grund der für Oktober erwarteten Insolvenz ist nach Ansicht des vorläufigen Verwalters Handschuh die Zurücknahme eines Darlehens der Hauptgesellschafterin, der Masterflex AG aus Gelsenkirchen. Diese hatte am 3. Juli per Adhoc-Mitteilung die "Wertberichtigung" dieses Darlehens angekündigt (www.masterflex.de). Darin begründet der neue Masterflex-Vorstand den Schritt mit "zukünftig zu erwartenden Liquiditätsschwierigkeiten des Start-up-Unternehmens" sowie der Nichterfüllung der Erwartungen nach einer "zügigen Markteinführung des neuartigen Beschichtungsverfahrens", das das Lauenauer Unternehmen entwickele. Das Gelsenkirchener Unternehmen will sich künftig auf das Kerngeschäft Hightech-Schlauchsysteme konzentrieren. Laut Masterflex soll es sich bei den Gesamtforderungen gegen "Coating Innovation" um insgesamt 6,2 Millionen Euro handeln. Gespräche mit potenziellen Auftraggebern und möglichen strategischen Investoren hätten in den vergangenen Wochen nicht zu dem gewünschten Erfolg geführt, teilt die Masterflex-AG mit. Mehr Aussichten verspricht sich Handschuh, der bereits mit einem potenziellen Investor aus Süddeutschland gesprochen habe. "Wir haben eine sehr gute Belegschaft", hält Handschuh dem Betrieb zugute. "Im Grunde genommen hat die Firma anderthalb Jahre mit Versuchsreihen unter anderem für eine neue Beschichtungstechnologie Geld verbrannt." Das Potenzial an Fachwissen, das das Unternehmen hierbei zu der neuen Technik erlangt habe, mache die Firma für Investoren interessant, meint der Bückeburger Rechtsanwalt. Die Gehälter der 32 Mitarbeiter sind bis einschließlich September gesichert, berichtet Handschuh, "die Insolvenz-geld-Vorfinanzierung ist abgeschlossen". Der Betrieb sei lebensfähig. "Ein Massekredit ist bewilligt worden, um den Geschäftsbetrieb vollumfänglich aufrecht zu erhalten." Die Lieferanten der Coating Innovation seien weiterhin bereit, das Lauenauer Unternehmen zu beliefern. "Gespräche mit Kunden laufen", sagt Handschuh. Außerdem stünden Verhandlungen mit den drei weiteren Gesellschaftern an. Die Masterflex AG zu einem Umdenken zu bewegen, hält Handschuh für unwahrscheinlich. Die 6,2 Millionen Euro Darlehensforderungen an die Coating Innovation belasten das Lauenauer Unternehmen nach Handschuhs Angaben nicht. Masterflex habe als Kunstgriff eine sogenannte Rangrücktrittserklärung abgegeben. Diese stelle Masterflex hinter alle Gläubiger der Coating Innovation zurück. Erst wenn alle Gläubiger bedient worden sind und genügend Kapital vorhanden ist, müsse das Lauenauer Unternehmen mit der Rückzahlung beginnen. Der Fremdgeschäftsführer der Coating Innovation, Hermann Homann aus Hannover, möchte zu der derzeitigen Situation des Unternehmens keine ausführliche Stellungnahme abgeben und verweist an den vorläufigen Insolvenzverwalter. Nur soviel sagt Homann: "Die Chancen stehen gut, das Unternehmen zu retten."




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