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Arbeit und Einnahmen für Togo: Landkrankenhaus kann sich auf Zahnarztstühle und Krankenwagen freuen

Container mit mehr als 300 Fahrrädern unterwegs

Obernkirchen (sig). Ein riesiger Container voller Weihnachtsgeschenke geht von Obernkirchen nach Westafrika in eine ehemalige deutsche Kolonie. Eingesammelt wurden sie von den Togo-Freunden, zu deren wichtigsten Initiatoren das Vorstandsmitglied Werner Hobein gehört.

veröffentlicht am 01.12.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:20 Uhr

Wer am Donnerstagmorgen zum Bahnhof der Bergstadt kam, der glaubte sich in einen Fahrrad-Großmarkt versetzt. In der Lagerhalle gab es kein freies Plätzchen mehr, so dass auch die gesamte Rampe vor dem Gebäude in Beschlag genommen werden musste. Hobein: "Da sind über 300 Stahlrösser für Männer, Frauen und Kinder zusammengekommen, eine imponierende Menge, über die sich unser Werkstattzentrum in Sodo freuen wird. Das bedeutet Beschäftigung und Einnahmen." Seit dem Jahre 2002 sind von Obernkirchen ausüber 2000 Fahrräder auf die Reise über den großen Teich gegangen. Das sind wichtige Verkehrsmittel für die Menschen in einem der ärmsten Länder der Welt. Bevor sie in Togo zum Kauf angeboten werden, sind meistens noch Reparaturen erforderlich. "Mit unserer Fahrradwerkstatt, die auch als Ausbildungsbetrieb arbeitet, werden 50 Prozent des Gesamterlöses dieses Zentrums erwirtschaftet", lässt Hobein wissen. Aber in dem neuen Container war auch noch Platz für andere Dinge, die in dem westafrikanischen Land als Hilfe zur Selbsthilfe dienen. Zum Beispiel für 60 alte Nähmaschinen, die überholt werden und dann Frauen und Mädchen helfen, etwas zum Lebensunterhalt ihrer Familie beizutragen. Außerdem wird das von Hamburg aus startende Containerschiff noch einige Werkzeugmaschinen und Computer transportieren. Dazu kommen noch zwei Zahnarztstühle. Einer davon geht an das Landkrankenhaus Siloah in der 8000-Einwohner-Stadt Sodo, das die Togo-Freunde wirtschaftlich am Leben erhalten; den zweiten erhält der Mediziner, der das Hospital zahnärztlich betreut. Zu guter Letzt dürfen sich die Togolesen noch über ein Auto freuen. Das Obernkirchener Malerfachgeschäft Schäfer stellte einen Pick-Up zur Verfügung, der drüben zu einem Krankenwagen umgebaut werden soll. Das erste Fahrzeug, einen Transporter mit Ladefläche, bekam vor einiger Zeit Koku Klutse, der von den Togo-Freunden als Inspektor angestellt wurde, um alle Projekte und Investitionen zu überwachen. "Wir unterstützen nämlich noch zahlreiche andere Vorhaben in Togo, zum Beispiel den Bau von Schulen und Trinkwassserbrunnen sowie die Sanierung von kirchlichen Einrichtungen", erklärte Werner Hobein. An den Kosten für den Seetransport beteiligt sich übrigens die Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ), die der Bund finanziert, mit rund 80 Prozent. Dass die Containerschiffe überhaupt die Hauptstadt Lomé erreichen können, verdanken die Togolesen auch der Bundesrepublik. Sie hat den Tiefseehafen als Geschenk zum Erreichen der staatlichen Unabhängigkeit erbauen lassen. Werner Hobein ist sich sicher, dass bis zum nächsten Sommer wieder so viele Gebrauchsgüter zusammenkommen, dass der 18. Container von der Bergstadt aus auf die Reise gehen kann.




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